10420 Sodalith
Chemische Zusammensetzung: Na8Al6Si6O24Cl2
engl. sodalite
Lapis-Mineralindex: VIII/ I. 11-10
Synonyma:
Sodalith ist eine Gruppenbezeichnung für eine Reihe von Mineralen ähnlicher chemischer
Zusammensetzung und gleicher Kristallstruktur. Darüberhinaus ist Sodalith selbst ein Mineral dieser Gruppe
(Sodalith im engeren Sinne).
Synonym für Sodalith: Glaukolith
Etymologie:
sodium (engl.) = Natrium
Der Name Sodalith entstand in Anlehnung zur chemischen Zusammensetzung (Na-Gehalt) des Minerals.
Sodium, weil das Element Natrium ursprünglich aus der Soda isoliert worden war
(1810, Th. Thomson, engl. Chemiker).
Glaukolith: Glaukos (griech.) = heller Glanz des Himmels, des Meeres, des menschlichen Auges,
etc.
Farbe: blau, grau, grün.
Chemie:
Die Minerale der Sodalith-Gruppe:
Die Sodalith-Gruppe umfasst zahlreiche Minerale, welche sich schematisch in der allgemeinen Formel:
A[B/CSiO4]6 zusanmmenfassen lassen.
| Name | A | B | C | Glitterkonstanten in Å | Farbe | |
| 1. | Sodalith | Na8 | (Cl, OH) | Al | a0 = 8.88 | blassrosa, grau, gelb, grün, blau |
| 2. | Nosean | Na8 | SO4 | Al | a0 = 9.07 | grau, braun, blau |
| 3. | Hauyn | (Na, Ca)8-4 | (SO4)2-1 | Al | a0 = 9.12 | weiss, grau, grün, blau |
| 4. | Lasurit | (Na, Ca)8 | (SO4, S, Cl)2 | Al | a0 = 9.08 | blau,... |
| Helvin-Reihe enthaltend Mischkristalle aus: | ||||||
| 5. | Helvin | Fe2+, Mn2+,Zn | S2 | Be | gelb, rotbraun, braunrot, selten grünlich | |
| 6. | Danalith | |||||
| 7. | Genthelvin | |||||
| 8. | Tugtupit | Na8C12[BeAlSi4O12]2 | tetragonal a0 = 8.58 c0 = 8.82 |
|||
Wichtigstes natürliches Pigment der Gruppe ist Lasurit, doch wären - theoretisch - auch andere Minerale als Pigmente geeignet. Sodalith und Hauyn wären Anwärter.
Analysen:
Wegen der Mischbarkeit lassen sich für die chemische Zusammensetzung keine exakten Werte angeben, Analysen
für Sodalith schwanken im Bereich:
| SiO2 | 36.7 - 38.1 Gew.% |
| Al2O3 | 31.2 - 32.1 " |
| Fe2O3 | unter 1 " |
| CaO | 31.2 - 32.1 " |
| Na2O | 24.0 - 26.0 " |
| K2O | bis etwa 1 " |
| Cl | 5.5 - 7.3 " |
| S | bis 0.4 " |
| H2O | bis 1 " |
Löslichkeit:
Physik:
Härte: Mohs 5 - 6
Dichte: 2.27 - 2.33 g/cm3
Spaltbarkeit: vollkommen nach dem Rhombendodekaeder d {110}
Bruch: muschelig, uneben; Sodalith bricht spröde
Glanz: Glasglanz, Fettglanz
Optische Eigenschaften: meist undurchsichtig; in dünnen Schichten durchscheinend;
doppelbrechend, n = 1.483 - 1.487
Farbe: farblos, weiss, gräulich-, gelblich-, grünlichweiss; verbreitet hellblau bis dunkelblau
(wie auch Lasurit, Hauyn, Nosean); selten auch hellrot.
Farbe des Mineralpulvers: weiss, grau, hellblau bis dunkelblau (dann sehr ähnlich wie Lasurit)
Temperaturbeständigkeit:
Bildungsbedingungen:
Die Minerale der Sodalith-Gruppe gehören zu den Feldspatvertretern. Diese "vertreten" Feldspäte in
SiO2-ärmeren Gesteinen z.B.: vertritt Leucit
K[Al/Si2O6] den Orthoklas
K[Al/Si3O6]. Sie Kristallisieren
demzufolge aus Magmen mittleren bis niedrigen SiO2-Gehalts und erscheinen hier neben weiteren
Feldspatvertretern (Leucit, Nephelin, etc.).
Sodalith findet sich:
Erscheinungsbild:
Meist ein- und aufgewachsene Kristalle, seltener körnig, derb.
Fundorte:
Wirtschaftliches:
Sodalith ist aufgrund seiner geringen Bedeutung als Pigment und Schmuckstein
(im Gegensatz zu Lapislazuli) wirtschaftlich kaum von Interesse.
Kulturgeschichte:
Wegen seiner - verglichen mit Lasurit - Seltenheit wurde Sodalith in der Malerei kaum verwendet.
Die reichen Vorkommen in den Alkalipegmatiten Grönlands würden erst entdeckt, als Lapislazuli
als Pigment bereits "ausser Mode" war.
Gelegentlich diente Sodalith als Rohmaterial von Schmuck oder kunstgewerblichen Arbeiten.
Farbloses, weisses, aschgaues bis schwarzes, seltener farbiges Mineral, kristallisiert kubisch tetraedisch. Der Bruch ist muschelig bis uneben, auf den Flächen glasglänzend, durchsichtig bis durchscheinend.
Sodalith gehört zur formenreichen Gruppe der Feldspatvertreter, er findet sich häufiger als Begleiter und Vertreter des Nephelins in Syeniten von Siebenbürgen, Norwegen, Portugal, am Vesuv und Laacher See. Das Mineral erhielt seinen Namen auf Grund seines Natriumgehalts.