23600 & 23610 Alizarin-Krapplack PR 83
Diese beiden Pigmente sind ein dunkles Rot und ein helles, gelbstichiges Orangerot. Sie haben sehr schöne Lasureigenschaften.
Alizarin-Krapplack gehört zu den ältesten bekannten Pigmenten und wurde schon vor über 3000 Jahren verwendet. Ursprünglich handelte es sich um ein aus der Wurzel des Färberkrapps gewonnenes Pigment.
Chemisch gesehen handelt es sich um ein Dihydroxyanthrachinon. 1868 gelang es den Chemikern Graebe und Liebermann, Alizarin zu synthetisieren, welches die lichtechte Komponente des Alizarin-Krapplackes ist. Durch Fällung mit Aluminiumsalzen wird aus dem Alizarin-Grundgerüst der Lack hergestellt. Als Substrat, auf welches der Farbstoff aufgefällt wird, dient Tonerdehydrat. Es kann auch mit Zinn-, Chrom-, Kupfer-, Eisen- oder Calciumsalzen gefällt werden, jedoch erhält man dann andere Farbtöne. Alizarin war der erste natürliche Farbstoff, welcher synthetisch hergestellt werden konnte.
Alizarin-Krapplack besitzt gute Lichtechtheit: Der Vollton ist mit 7-8 ebenso beständig wie schwache Verdünnungen. Stärkere Verdünnungen haben eine Lichtechtheit von 7. Im Aussenbereich sollte Alizarin-Krapplack aber besser nicht verwendet werden. Die Beständigkeit in Säuren ist mit 5 ebenfalls sehr gut. In Alkalien und in Kalk ist Alizarin-Krapplack ein wenig unbeständiger als in Säuren (4-5). Es ist nicht damit zu rechnen, dass Alizarin-Krapplack in Lösungsmitteln blüht oder blutet. Zur Anwedung kommt dieses Pigment hauptsächlich in Öl-, Tempera-, Acryl- und Aquarelltechniken.
Die geringe Teilchengrösse des Alizarin-Krapplacks führt zu einem grossen Ölbedarf dieses Pigmentes ebenso wie zu leichtem Stauben. Früher gab es Pigmentstücke im Handel, welche mit geringen Mengen Leim aus Alizarin-Krapplack-Pulver hergestellt worden waren. Enthält Krapplack sehr feine Teilchen, so kann in Tuben abgefüllte Farbe eindicken. Bei den meisten synthetischen Krapplacken ist dies jedoch nicht der Fall.
Siehe auch Alizarin-Krapplack und echter Krapplack aus Wurzeln.