Kremer Pigmente GmbH & Co. KG

 

36100 Blauholz, Lignum campeche



engl.: logwood
frz.: bois de campêche
C.I. Natural Black 1

Blauholz ist das Kernholz des Blauholz- oder Blutholzbaums Haematoxylum campechianum, einer Pflanze aus der Familie der Leguminosen. Das Holz riecht leicht nach Veilchen. Sowohl Rinde als auch Splintholz sind farbstofffrei. Die Bäume sind heimisch in Mexiko (in den Ländern um die Campechebai im Golf von Mexiko, daher der Name) und im nördlichen Südamerika, in Indien, Westindien, Jamaika, Kuba und anderen Ländern mit ähnlichem Klima.

Im Holz ist ein in die Gruppe der Neoflavonoide gehörendes Glycosid enthalten, welches Hämatoxylin heisst. Beim Lagern des Holzes entsteht aus dem Hämatoxylin der eigentliche Farbstoff Hämatein. Gut gelagertes Holz ist daher frischem Holz vorzuziehen. Heutzutage wird das Holz auch in kleine Schnitzel geschnitten, was den Umwandlungsprozess von Hämatoxylin zu Hämatein durch die vergrösserte Oberfläche des Holzes beschleunigt. Hämatein ist besser in Wasser löslich als Hämatoxylin, es kann durch Auskochen des Holzes gewonnen werden.

Blauholz kann zum Färben (Beizen) von Wolle, Baumwolle, Leinen und Seide verwendet werden. Je nach zugesetztem Salz erhält man verschiedene Farbtöne: Alaun ergibt blau, Zinn violett und Kupfer, Chrom und Eisen ergeben schwarze Farbtöne. Schwarz gefärbte Stoffe sind sehr lichtecht. Teilweise wurde auch Birkenrinde mit Blauholz zusammen zum Färben verwendet, was die Farbe beständiger machen sollte. Das diesen Färbeverfahren zugrundeliegende Verlackungsprinzip kann auch ohne Fasern durchgeführt werden, und so sind auch Blauholzlacke auf dem Markt. Auch zum Färben von Leder, Papier, Federn, Holz und anderen natürlichen Stoffen wurden Blauholzextrakte eingesetzt.

Obwohl Stoffe mit Blauholz sehr dauerhaft gefärbt werden konnten, gab es beispielsweise in England im 16. Jh. ein Gesetz, welches die Blauholzfärberei mit der Begründung verbot, dass die Farben wenig lichtecht seien. Die Wahrheit ist aber eher, dass Blauholz stark mit der einheimischen Malve konkurrierte.

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