37420 Safflor, Zaffer



engl.: safflower
frz.: safflor, chardon des teinturiers
andere Namen: Färberdistelblüten, wilder Safran

Safflor sind die Blütenblätter der Färberdistel Carthamus tinctorius. Sie sind von leuchtendem Orange. Die Färberdistel ist eine etwa einen Meter grosse, einjährige Pflanze aus der Familie der Asteraceae. Sie ist heimisch in Ägypten und Ostindien, wird aber schon seit langer Zeit auch in europäischen Ländern wie Österreich, Deutschland, Spanien, Italien und Ungarn angebaut. In Mexiko und Südamerika wird die Färberdistel ebenfalls kultiviert.

Die kurz vor dem Welken gesammelten Blütenblätter werden im Schatten oder in Öfen getrocknet oder sofort in kleine Kuchen gepresst und dann getrocknet. Neben den Blüten sind auch Safflorextrakte im Handel, welche teigförmig sind und alkoholische Auszüge gewaschenen Safflors darstellen.

Der färbende Inhaltsstoff des Safflors ist das Carthamin, welches auch Safflorkarmin oder Safflorrot genannt wird und im Colour Index mit der Nummer Natural Red 26 aufgeführt ist. Carthamin ist ein Benzochinonfarbstoff. Ein weiterer Farbstoff der Färberdistel ist das Safflorgelb, dessen Konstitution noch nicht geklärt ist. Es wird mit C.I. Natural Yellow 5 bezeichnet. 100 Teile Safflor enthalten etwa 25 bis 30 Teile Safflorgelb und nur 0,3 bis 0,6 Teile Safflorkarmin.

Safflorgelb ist wasserlöslich und kann durch einfaches Einweichen der Blütenblätter in Wasser entzogen werden, so dass nur noch das schwer wasserlösliche Safflorkarmin zurückbleibt. Mit gewaschenem Safflor können Baumwolle und Seide kalt ohne Beize, aber im zuerst alkalischen später saurem Färbebad, kirschrot oder in schönen Rosatönen gefärbt werden. Wärme zerstört den roten Farbstoff. Leider ist Safflorrot nicht lichtecht und auch die Waschechtheit ist schlecht, da Carthamin sich in alkalischen Lösungen löst und auch gegen Chlor empfindlich ist. Ungewaschener Safflor ist hell fleischfarben und nur zum Färben von Gelbtönen zu verwenden.

Safflorkarmin wurde ausser in der Textilfärberei auch in der Lederfärberei und in Schminken (fard de la Chine) oder anderen Kosmetika verwendet. Künstliche Blumen, Liköre oder Konfekt wurden ebenfalls angefärbt. Die wohl am wenigsten rühmliche Anwendung fand Safflor bei der Verfälschung oder Streckung von echtem Safran.

In Künstlerfarben wurde der Farbstoff wegen seiner geringen Lichtechtheit kaum oder nur in ganz speziellen Fällen verwendet. Die Farbe wurde als "rouge végétal" oder vegetabilisches Rot bezeichnet. Spanisches oder Portugiesisches Rot sind ebenfalls Bezeichnungen für Künstlerfarben aus Safflorrot. Tassenrot (rouge an tasses), Tellerrot (rouge en assiettes) oder Blattrot (rouge en feuilles) waren Farben, mit denen Geschirr, bzw. die Blütenblätter auf Tassen oder Tellern, gemalt wurden.