42100 Carmin Naccarat



C.I. Natural Red 4:1, C.I.75470

Fällt mit den heissen wässrigen Auszug aus Cochenille mit einem eisenfreien Alaun (Verlackung), so erhält man ein dunkelrotes Pulver, welches Carmin Naccarat genannt wird. Es handelt sich hier um einen Substratfreien Aluminium- oder Aluminium-Calcium-Lack, der ohne Zusatzstoffe gefällt wurde. Wird Stärke, Barytweiss oder gebrannter Kaolin zum Fällen verwendet, erhält man hellere, gelbstichigere Rottöne. Durch Zusatz von Zinnsalzen wird ein scharlachroter Farblack gefällt, welcher auch Cochenillescharlach genannt wird. Carminviolett ist der Bleilack der Carminsäure.

Durch Niederschlagen der Karminlacke auf frisch gefällten Krapplacken, auf Zinnober oder durch Behandeln von Rotholzlacken mit Cochenilleabkochungen erhält man Mischlacke. Man nennt sie Cochenille-Krapplack, Cochenille-Rotholzlack oder, auf Zinnober, Münchner Lack. Kugellack, Wiener-, Pariser-, Venetianer- oder Florentinerlack sind Namen zumeist geschönter Carminlacke.

Carminlacke sind, im Gegensatz zu Carminsäure, wasserunlöslich. Sie sind für Aquarell, Leimfarben, Ölfarben und Tempera einsetzbar. In Kalk ist die Beständigkeit nicht sehr gut. Auch in Wasserglas ist die Echtheit nicht gut. Carminlacke sind nicht besonders lichtbeständig, sie können, auch im Kunstlicht, vergilben. Gegen Schwefelwasserstoff hingegen sind Carminlacke unempfindlich.

Siehe auch Lac dye und Kermes.