43125, 43130 & Sonderangebote Neapelgelb



Neapelgelb ist in mehreren Tönungen erhältlich. Vorzugsweise wird eine hellere, eine mittlere und eine rötliche Sorte gehandelt. Die hellere Sorte konnte tonlich so verbessert werden, dass sie fast die Leuchtkraft von Cadmiumgelb erreicht. Die mittlere Variante tendiert in etwa zu einem leuchtenden, sehr hellen Ocker, die rötliche ist hingegen deutlich orangestichig. Früher wurde Neapelgelb als Bleiantimonat mit den Formeln Pb(SbO3)2 und Pb3(SbO4)2 aufgefasst. Heute neigt man dazu, es als Mischoxidpigment zu betrachten. Die ungefähre Formel könnte Pb2Sb2O7 lauten. Die Farbe wird durch Glühen von Blei- und Antimonoxid gewonnen. Durch unterschiedliche Mengenverhältnisse können die verschiedenen Tönungen erzielt werden. Neapelgelb ist in Säure unbeständig, in Laugen hingegen ist es stabil. Durch Schwefelwasserstoff wird es geschwärzt. Die Lichtechheit ist nur bei Sorten gut, in welchen kein Bleioxid (PbO) enthalten ist, bleioxidhaltige Sorten können nachdunkeln.

Neapelgelb ist ein sehr weiches, leicht zu verarbeitendes Pulver mit einem allerdings sehr hohen spezifischen Gewicht. Aufgrund des Bleigehaltes ist es als gesundheitsschädlich einzustufen. Aus ökologischer Sicht sollte der Künstler diese Farbe sparsam und mit Bedacht einsetzen.

Als völlig lichtechtes Universalpigment kann Neapelgelb in allen Techniken eingesetzt werden. Aufgrund seiner extrem hohen Deckfähigkeit ist es allerdings für lasierende Malweisen weniger geeignet. Allerdings kann man aus der Not eine Tugend machen. Beim Lasieren von Neapelgelb auf dunklen Untergründen kann man aufgrund der hohen Deckkraft mühelos sehr zarte kühle Schleierwirkungen erzielen. Dies ist zum Beispiel sehr reizvoll bei Nachtstimmungen, wo ein Lichtschein auf die dunkle Umgebung fällt. Auch kann man in Mischtechniken zu dunkel geratene warme Bildpartien dezent aufhellen.

Angeblich wurde natürlich vorkommenden Neapelgelb bereits in der Antike verwendet. Ein antimonhaltiges Gelb soll sich schon in babylonischen Ziegeln finden, wie sie schon 500 v.Chr. gebrannt wurden. Auch in persichen Töpfereien ist es gefunden worden. Ob das "giallorino", welches Cennini bereits im 14. Jahrhundert erwähnte, tatsächlich Neapelgelb war, ist umstritten. Möglicherweise hat es sich hier um Bleizinngelb gehandelt. Ab etwa 1700, so scheint es, ist Neapelgelb künstlich hergestellt worden. So ist es gut verständlich, dass diese Farbe lange vor der Erfindung der Chrom- und Cadmiumtöne eine ziemliche Bedeutung hatte. Nach der Erfindung dieser neuen Farben ging die Verwendung von Neapelgelb mehr und mehr zurück. Heute findet man in Künstlerfarbsortimenten echtes Neapelgelb nur noch selten. Zumeist wird es durch Nickeltitangelbtöne ersetzt. Allerdings kann sich der interessierte Künstler und der Restaurator glücklich schätzen, dass es diese Farbe als Pigment nach wie vor gibt.

Als bleihaltige Farbe ist Neapelgelb ein ausgesprochen guter Trockner. Daher kann mit Mohn- oder Sonnenblumenöl angerieben werden. Beim Abfüllen in Tuben sollte aufgrund des hohen Gewichtes Bienenwachspaste zugesetzt werrden. Wehlte empfiehlt, diese Farbe nicht mit Metall-, sondern mit Plastik- oder Hornspachteln zu behandeln, da sie sich sonst schwärzlich verfärben kann. Für das Anspachteln kleiner Mengen dürfte dies jedoch kaum von Belang sein.

Neapelgelb ist zwar aufgrund modernerer Werkstoffe entbehrlich, für den Liebhaber traditioneller Maltechniken, speziell für Mischtechniken bildet diese Farbe auch heute noch eine interessante Ergänzung. Vor allem in Verbindung mit Kremserweiss stellt es eine sehr körperhaft stehende Farbe dar, was sich bei Lichthöhungen in Tempera recht vorteilhaft auswirkt.