43300 Titanorange, Chromittitangelb
Diese Farbe stellt eine Neuentwicklung dar. Farblich liegt das Pigment zwischen einem rotstichigen Neapelgelb und einem hellen Cadmiumorange. Der Ton ist zwar ohne Probleme nachzumischen, aufgrund des günstigen Preises und der positiven Eigenschaften empfiehlt sich jedoch die Anschaffung.
Chemisch ist dieses Pigment mit den Nickeltitangelbtönen verwandt. Es handelt sich gleichfalls um ein Mischoxidpigment mit Rutilmodifikation. Als Basis kann man auch hier Titandioxid betrachten. Ein Teil der Titandioxidatome sind in dem Kristallgitter durch Chromoxid (Cr2O3) und Antimonoxid (Sb2O5) ersetzt. Ferner kann das Pigment geringe Zusätze an Aluminiumoxid (Al2O3), Manganoxid (MnO), Nickeloxid (NiO), Wolframoxid (WO3) sowie Zinkoxid (ZnO) enthalten. Als ungefähre chemische Formel kann (Ti, Cr, Sb)O2 angegeben werden. Sämtliche Komponenten sind mengenmässig variabel, wodurch eine Vielzahl von Tönungen erzielt werden kann.
Titanorange stellt ein sehr feines, weiches Pulver dar, welches in seiner Beschaffenheit dem Titanweiss ähnelt. Es verfügt allerdings über ein verhältnismässig hohes spezifisches Gewicht. Wenngleich hier langjährige Erfahrungen fehlen, kann man getrost davon ausgehen, dass es sich um ein lichtechtes und universell verwendbares Pigment handelt, ähnlich wie bei Nickeltitangelb. Seine Deckkraft ist noch höher als bei den Nickeltitangelbtönen. Überdies ist es ungiftig und ökologischunbedenklich.
Wie bereits angedeutet, kann diese Farbe in allen Techniken bedenkenlos angewendet werden. Aufgrund ihrer hohen Deckfähigkeit ist sie allerdings für Aquarell und andere lasierende Malweisen weniger geeignet. Umso mehr bietet sich eine Verwendung für Gouache-, Tempera-, Dispersions- und Ölfarbe an. Das extrem feine Pulver ähnelt in seinem Farbton einem sehr feurigen Ocker, ist jedoch wesentlich reiner im Farbton, sowie ergiebiger. Zum Erstellen von Mischtönen bietet diese Farbe eine preiswerte und sinnvolle Alternative zu den teureren Cadmiumtönen, die es jedoch an Brillanz nicht erreicht.
Da Titanorange erst sein wenigen Jahren als Pigment verfügbar ist, ist es in den
Farbsortimenten noch nicht enthalten. Für den Künstler ist es auf jeden Fall lohnend,
sich diese Farbe selbst herzustellen. Normalerweise genügt ein Anspachteln. Will man jedoch
Titanorange als Ölfarbe in Tuben abfüllen, sollte man mit dem Glasläufer anreiben.
Alle für Ölmalerei üblichen Öle sind geeignet. Gegebenenfalls empfiehlt sich
ein geringer Zusatz von Bienenwachspaste in Terpentinöl 1:1, um ein Absetzen der Farbe in der
Tube zu verhindern.
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