58360 Scagliola - Stuckgips



Wenn man Gips auf 130 bis 160° erwärmt entsteht ein Gemenge aus viel CaSO4·½H2O und wenig Anhydrit CaSO4, das als Stuckgips bezeichnet wird.

Verrührt man pulvrigen Stuckgips im Schälchen mit wenig Wasser zu einem Brei, so erstarrt dieser in wenigen Minuten zu einer ziemlich festen Masse, die aus feinfaserigen, eng miteinander verfilzten Gipskriställchen (CaSO4·2H2O) besteht.

Bei dieser Erstarrung wird das zum Anrühren des Breis verwendete Wasser unter leichter Erwärmung chemisch gebunden. Hierbei dehnt sich das Ganze um etwa 1% aus, so dass die erstarrende Masse Formen aller Art scharf ausfüllt.

Scagliola ist der Fachausdruck für Einlegearbeiten aus Stuckmarmor.
Bei dieser Technik werden unterschiedlich gefärbte Stuckmarmormassen eingelegt. Im Gegensatz zur pietra dura sind die Arbeiten nicht witterungsbeständig und deshalb nur für Innenräume geeignet. Stuckmarmor besteht aus reinem, feinstgemahlenen Stuckgips, sogenanntem Alabastergips, der mit Pigmenten getönt ist.

Als Leim dient Knochen- bzw. Hautleim oder Gelatine. Die Pigmente müssen lichtbeständig und kalkecht sein, das sind beispielsweise natürliche und die meinsten künstlichen Mineralfarben.