58500 - 58580, 590 - 59650 Marmormehle



Die Bezeichnung Marmor wird nicht einheitlich gebraucht. Sie steht für:
  1. Jeden polierbaren Kalkstein. Diese falsche kommerzielle Bezeichnungsweise wird in der Umgangsprache genutzt. Um vom Marmor zu unterscheiden, verwendet man für diesen oft Zusätze wie Kristallino oder körniger Marmor.
  2. Kristallin gewordener Kalkstein, dem eigentlichen Marmor. Der Metamorphit aus der Kalksubstanz ist völlig unabhängig vom ursprünglichen Aussehen des Kalksteins (Farbe, Textur, Mineralbeimengungen; Fossilien) immer einheitlich kristallin.
Im allgemeinen Sprachgebrauch der Petrographie ist Marmor die Bezeichnung für metamorphe weisse oder gefärbte Gesteine mit einem Anteil von Kalkspat von mehr als 50%. Er gehört zur Gruppe der Kalke. Die Färbung kann einheitlich oder fleckig sein, das Gestein streifig oder "marmorierend".
Die Kalke gehören zu den natürlichen Sedimentgesteinen und bestehen chemisch vorwiegend aus Calciumcarbonate.

In der Natur kommt Calciumcarbonat in drei kristallisierten Modifikationen vor:

trigonal-rhomboedrisch Calcit (Kalkspat)
orthorhombisch Aragonit
hexagonaler Vaterit

Die beständigste Form ist Calcit. Die gwöhnlichen Erscheinungsformen des Calciumcarbonates in der Natur bestehen aus mehr oder weniger feinen Calcitkristallen. Es wird als Kalkstein, Kreide, Marmor und Muschelkalk als Farbmittel verwendet.
Es gibt viele Versuche, die Mannigfaltigkeit der Kalke in ein System zu bringen oder die Kalksteine nach ihrer Zusammensetzung zu klassifizieren.

Kalkstein ist ein hauptsächlich durch Ton verunreinigtes, feinkristallines Calciumcarbonat. Bei höheren Tongehalten wird er als Kalkmergel (75...90% CaCO3), Mergel (40...75% CaCO3) oder Tonmergel (10...40% CaCO3) bezeichnet.

Marmor ist ein sehr reines, grobkristallines Calciumcarbonat und ist aus Calcit durch Gesteinsumwandlung in Form von körnig spätigen Massen entstanden. Marmormehl und Kalkstein ist oft blendend weiss und viel reiner als Kreide. Die meisten der wenigen deutschen Vorkommen Wunsiedel im Bayerischen Wald, Auerbach Bergstrasse, Passau Obernzell, Vogtland oder Kaiserstuhl sind nicht mehr nutzbar.

Nicht jedes natürliche Vorkommen ist für den Abbau geeignet. Der Abbau erfolgt überwiegend in Brüchen und offenen Gruben. Nach dem Brechen des Gesteins, dem Auswaschen und Sieben werden die gröberen Anteile (Splitt) abgetrennt.
Durch weiteres Mahlen und Windsichten werden die Mehlfraktionen gewonnen. Feinmehle gewinnt man durch Mahltrocknung mit Heissluft bei Temperaturen zwischen 100-150° C.

Quelle: "Weisse Farbmittel" (2000) M.H. Bernd Hering

Siehe auch allgemeine Informationen zu Calciumcarbonat.