58700 Schwerspat, blanc fixe, Permanentweiss
Chemische Zusammensetzung : Bariumsulfat, BaSO4
Schon die Bergleute kannten dieses auffällig schwere Mineral und hielten es lange für nutzloses taubes Gangmineral in den Erzlagerstätten. Zu Beginn des 17. Jhs. wurde es in mineralogische System als ein anorganischer Stoff eingereiht, der in der Dunkelheit bei Erwärmen aufleuchtet. Dem Baryt verdankt die Mineralogie also die Entdeckung der Lumineszenz.
Barium als Element wurde 1774 von Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) als Bestandteil der Schwerspate entdeckt und wegen seiner Schwere mit Baryt bezeichnet. Erst im Jahre 1808 gelang es Sir Henry Davy (1778-1829), dem damaligen Direktor der Royal Institute in London, das metallisch reine Element zu isolieren. In Analogie zu den anderen chemischen Elementen auf -ium gab er ihm den Namen zu Barium.
Die Bezeichnung blanc fixe wurde ursprünglich für das synthetische Bariumsulfat geprägt. Heute wird unter blanc fixe auch das Mineral gehandelt.
Natürlicher Schwerspat kommt in Form von grossen, durchsichtigen oder durchscheinenden Kristallen vor. Fundstätte sind in Deutschland bei Meggen/Westfalen, Bad Lauterberg/Harz und Wolfach/Schwarzwald; in Tschechien Dedova Hora, Pribram/Böhmen; USA, Washington Country
Bei der Herstellung wird der Baryt gebrochen. Das Rohgestein wird verlesen und anschliessend durch selektives Mahlen, Schweresetztrennung oder Flotation aufbereitet. Oft wird es noch durch eine Säurebleiche und Flotation aufbereitet.
Quelle: "Weisse Farbmittel" (2000) M.H. Bernd Hering