60000 & 60001 Dammar aus Indonesien
engl.: dammar, gum cat's eye
frz.: damar
Dammar ist ein helles, gelbliches, leicht splitterndes Harz mit glattem Bruch, welches aus Südostasien stammt. Der Name ist malayisch und bedeutet Harz oder auch Fackel (Fackeln aus Dammarharz sind besonders gut, weil sie nicht tropfen). Es gibt mehrere, in die Familie der Diptocarpaceae einzuordnende Bäume, von denen das Harz stammen kann. Als das wichtigste Material wird das von Shorea wiesneri stammende, auch Diptodammar genannte, Harz angesehen. Dammar kommt hauptsächlich aus Sumatra in den Handel und wird je nach Herkunft mit einer Vorsilbe versehen. Padang- oder Palembangdammar sind die bekanntesten Sorten.
Die Bäume werden zur Dammargewinnung mit tiefen Einschnitten versehen, in denen sich das Harz sammeln kann. Die in den Handel kommenden Stücke sind etwa 3 cm im Durchmesser, obwohl auch grössere Harzstücke darunter sein können. Die birnen- oder keulenförmigen Dammarstücke stammen nicht von angeschnittenen Bäumen, sondern sind auf natürliche Weise von den Bäumen "ausgeschwitzt" worden.
Dammar enthält etwa 40% alkohollösliches Resen (alpha-Resen) und etwa 22% alkoholunlösliches Resen (beta-Resen). Desweiteren sind ungefähr 23% Dammarolsäure und 2,5% Wasser enthalten. Der schwache Geruch wird durch geringe Anteile an ätherischen Ölen hervorgerufen.
Das Harz ist etwas härter als Kolophonium, beginnt bei etwa 90° C weich zuwerden und schmilzt bei circa 180° C. Dammar ist in Alkohol und in Äther nur zum Teil, in Terpentinöl, Chloroform, Schwefelkohlenstoff oder Petrolether hingegen gut löslich. In 80%iger Chloralhydrat-Lösung quillt das Harz ohne sich aufzulösen. Die Säurezahl schwankt, je nach Herkunft des Harzes zwischen 20 und 30.
Für die Herstellung von hellen, klaren und zudem leicht flüchtigen Lacken ist Dammar unentbehrlich. Sowohl in der Öl- als auch in der Temperamalerei findet dieses Harz in Schlussfirnissen Anwendung. In der Ölmalerei kann es auch als Zusatz- oder Verdünnungsmittel mit trocknungsbeschleunigenden Eigenschaften zum Einsatz kommen. Bei der Herstellung von Firnis oder Malmittel sollte darauf geachtet werden, dass ein hochwertiges Terpentinöl ("doppelt rektifiziert") verwendet wird. Das Harz kann kalt unter häufigem Umrühren darin gelöst werden. In dunklen Flaschen aufbewahrt hält sich fertige Dammarlösung länger als unter Lichteinfluss. Zum Verdünnen sollte jeweils nur das zum Lösen des Harzes verwendete Lösungsmittel genommen werden, da sonst Harzanteil ausfallen können.
Weitere Anwendung findet Dammar in der Photographie, beim Einbetten mikroskopischer Präparate, bei der Herstellung von Pflastern und Gipsverbänden oder als Ersatz für Kaurikopal in der Linoleumfabrikation.
Verfälschungen mit Kolophonium können sehr leicht an den unterschiedlichen Löslichkeiten der beiden Harze in Alkohol, Äther oder Petrolether erkannt werden.