60050 Mastix aus Chios, Griechenland
engl.: mastic
frz.: gomme mastique
De Bezeichnung "Gummi" für Mastix ist nicht ganz zutreffend, wird aber aus traditionellen Gründen beibehalten. Es handelt sich hier nicht um ein Gummi, welches sich allgemein durch seine Wasserlöslichkeit auszeichnet, sondern um ein wasserunlösliches Harz.
Mastix stammt von den auf der Mittelmeerinsel Chios kultivierten Pistazienbäumen (Familie der Anacardiaceae). Der botanische Name der Mastixpistazie ist Pistacia lentiscus var. Chia DC, sie ist eine besondere Kulturvarietät und besitzt unter der Rinde zahlreiche Harzbehälter. Im Juni wird die Rinde der Pistazien angeritzt, so dass das Harz auslaufen kann. Werden die etwa erbsengrossen "Harztränen" per Hand ausgewählt, so kommt diese besonders helle, leicht gelbliche Ware als "Mastix electa" in den Handel. Weniger gute Ware (Mastix naturell) ist von dunklerem, bräunlichen Aussehen. Ein als "Mastix Bombay" bezeichnetes Harz kommt nicht aus Griechenland, sondern aus Indien und ist ebenfalls sehr dunkel.
Mastix enthält etwa 40% Harzsäuren (Masticinsäuren, Masticolsäure und Masticonsäuren), weiter etwa 50% Resene (alpha- und beta- Masticoresen) und 2% ätherische Öle.
In Äther, Benzol und 80%iger Chloralhydratlösung ist das Harz gut löslich, in Alkohol, Aceton, 60%iger Chloralhydratlösung, Chloroform oder Terpentinöl weniger gut. Petrolether, Testbenzin und Schwefelkohlenstoff bringen Mastix kaum in Lösung. Die Säurezahl liegt für Mastix electa bei 45, für Mastix naturell bei 52. Mastix fängt bei 80° C an zu erweichen, bei etwa 100° C schmilzt es.
Obwohl Mastix zum Vergilben neigt, wird es häufig für Schlussfirnisse oder auch als Malmittel verwendet.
Auf älteren Gemälden ist oft eine gelbe Lackschicht zu beobachten, durch welche z.B. ein Himmel sogar
grün erscheinen kann. Zum Herstellen einer Mastixlösung sollte nur besonders gute (doppelt rektifiziertes) Terpentinöl
verwendet werden. Die Aufbewahrung sollte im Dunklen oder in dunklen Flaschen erfolgen. Das Harz kann kalt gelöst werden, wobei häufig
umgerührt werden sollte. Mastixlacke liegen in ihrer Elastizität zwischen Dammar- und Sandaraklacken.
Andere Anwendungen fand Mastix im Orient als Kauharz zur Desinfektion von Mund und Zähnen, zur Bereitung eines
"raki" oder "mastiki" genannten Schnapses, innerlich gegen Magenbeschwerden, äusserlich bei Rheuma oder zur
Wundbehandlung. Eine Mischung aus Mastix und Hausenblase gibt einen guten Kitt für Glas und Porzellan
oder sogar Zähne. Auch zum Anlegen von Blattgold kann es benutzt werden.
Verfälschungen von Mastix in Sandarak kommen vor; könne aber anhand der Löslichkeit in Terpentinöl
erkannt werden: Mastix löst sich leicht und fast vollständig auf, Sandarak hingegen nur schwer.
Zerkaut man Mastix so erhält man eine weiche Masse, Sandarak zerbröckelt beim Kauen.
Siehe auch Mastixfirnis.