60200 Berstein, carabé


Bernstein ist ein fossiles Harz verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Alters, in der altmeisterlichen Technologie vernehmlich aus dem baltischen Eozän, von harzabsondernden (noch unbestimmten) Bäumen, die in der älteren Literatur als Bernsteinkieferm Pinus succinifera bezeichnet wurden. Analysen deuten auf Verwandschaft mit Harzen von Cedrus atlantica und Araucarien wie Agathis australis (Krumbiegel 1994, S. 74).

Baltischer Bernstein (Schmelzpunkt 290° C) diente wie Kopal der Bereitung von hart auftrocknenden Öl-Harzlacken, die für Aussenzwecke, als Boots- und Kutschenlacke (siehe auch Tungöllack) sowie zum Schutz von Eisen (Cröker 1736, S. 235) und Aussenpolychromie etc. genutzt wurden, aber auch im Gemälde Verwendung fanden (Leonardo, Berger 1901, S. 13).

In Alkohol scheint Bernstein lange Zeit ohne aufschliessende Vorbereitung durch die sogenannte Tartarisation oder durch eine Behandlung mit Regulus antimonii als Weingeistfirnis (ähnlich bestimmten Sorten Gummi Kopal) nicht befriedigend auflösbar gewesen zu sein. Man versuchte ihn zunächst grob gestossen in Wasser zu kochen und durch eine Erhitzung mit Spicköl und Weingeist durch Vorquellen mit Bernsteinöl aufzuschliessen.

Bernstein ist seit der Antike bekannt. Er patiniert relativ schnell im Licht. Naturbernstein ist unverfälscht, aber mitunter durch Hitze, Stromstösse etc. manipuliert.

Siehe auch ALCHEMIST Bernsteinlack und Bernsteinlack.

Quelle: "Lexikon historischer Maltechniken" (2001) von Thomas Brachert