63100 Hausenblase
Herkunft :
- Ursprünglich wurde die Hausenblase nur aus der Schwimmblase des Hausen
gewonnen, der in den Flüssen, die in das Kaspische und das Schwarze Meer
einmünden, gefangen wird. Inzwischen werden aber Schwimmblasen vieler
anderer Fische hauptsächlich aus Indien und Brasilien (etwas fälschlich)
auch als Hausenblase bezeichnet.
- Für die Aufbereitung werden in den Ursprungsländern die Schwimmblasen
ausgenommen, der Länge nach aufgeschnitten, in heissem Wasser aufgeweicht,
von der äusseren Muskelschicht und auch von Blut befreit und dann zum
Trocknen aufgespannt.
- Den höchsten Gehalt an nativem Collagen weisen die Schwimmblasen von
Hausen (Beluga) und Stör, also den Kaviar-Fischen auf. Sie sind deshalb
die qualitativ hochwertigsten. Diese Qualität wird als Salianski-Hausenblase bezeichnet.
Zusammensetzung :
- Hausenblase ist ein Naturprodukt. Es können deshalb nur Richtwerte angegeben werden:
| |
Feuchtigkeitsgehalt: |
10 - 12 % |
| |
Asche: |
8 - 12 % |
| |
Eiweissgehalt: |
75 - 85 % |
Wir bieten zwei verschiedene Qualitäten Hausenblase an :
63100 Hausenblase: Aus Hausenblase wird eine Lösung gewonnen, der getrocknete Film daraus in
Stücke geschnitten. Diese Stücke enthalten kein Blut oder Sehnen.
63110 Salianski Hausenblase: Die aus dem russischen Stör gewonnene Schwimmblase wird vom Fleisch
gereinigt und getrocknet. Diese Qualität enthält noch Adern, Blut und Sehnen. Eine weitere
Reinigung erfolgt nicht.
Herr Andrei Andreev bat uns, den Vetrieb seiner Hausenblase für Westeuropa und Amerika zu übernehmen.
Wir bieten die Russische Hausenblase in bester Qualität an.
Die Qualität 63110 gilt als deutlich besser als die Qualität 63100.
Wegen des hohen Preises werden nur noch besonders schwierige Klebungen mit Hausenblase durchgeführt,
immer dann wenn hohe Elastizität mit hoher Haltbarkeit zu vereinen sind.
Die Hausenblase wird in kaltem Wasser gequollen, dann im Quellwasser geschmolzen. Die klare Lösung wird
ausgegossen, der nach dem trocknen entstehende Film in Streifen geschnitten.
Diese Streifen werden nach Bedarf wieder aufgelöst und für die Klebung verwendet. Oder man macht eine
Lösung von ca. 8 Gramm/Liter und klebt damit lose Farbschichten auf Bildern.
Hausenblasen Leim :
Hausenblasen-Leim, welcher von der inneren Membrane der Luftblase des Fisches gemacht wird, wird seit
langem von russischen Restauratoren als Befestigungs- und Klebemittel verwendet.
Mittlerweile ist die Hausenblase nun auch westlichen Restauratoren zugänglich.
Die Hausenblase hat ein höheres Haftvermögen und eine geringere Viskosität als
vergleichbare tierische Produkte, wie Gelatine und Hasenleim.
Entsprechende Menge trockene Hausenblase in ein Glas- bzw. Emailgefäss legen mit Wasser bedecken,
dann mehrere Stunden quellen lassen. Überschüssiges Wasser abgiessen, Leimmasse ausdrücken
und zu einer einheitlichen Konsistenz kneten. Den Leim in ein Wasserbad umfüllen und mit frischem
destilliertem Wasser bedecken.
Das Wasserbad langsam auf 60° C unter ständigem Rühren erwärmen
(ACHTUNG: Die Leimlösung darf nicht überhitzt werden!) bis der Leim aufgelöst ist
(die Zeit hängt von der Leimmenge ab). Dann von der Feuerstelle entfernen und wenn nötig,
durch ein dünnes (Baumwoll-) Gewebe sieben.
Ein Konservierungsmittel kann jetzt dazugefügt werden, erfahrungsgemäss ist es jedoch
besser immer nur die derzeit benötigte Menge Leim herzustellen. Restliche Leimlösung kann
bei 5-6° C einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, jedoch geliert die erkaltete
Lösung (kann aber vor Gebrauch wieder neu geschmolzen werden).
Falls ein Plastifizierungsmittel notwendig ist, so fügen die russischen Restauratoren der
Leimlösung dunklen Wildblumenhonig hinzu - normalerweise entspricht das Gewicht des Honigs dem
Gewicht der trockenen Hausenblase.
Im Osten gibt es andere Verfahren. Da in Russland Hausenblase in grosser Menge zur Verfügung stand,
war man dort nicht so sehr zur Sparsamkeit gezwungen. Diese Rezepte sind den alten Rezepten zur
Herstellung von Pflastern in westeuropäischen Apothekerbüchern ähnlich.
Ein Rezept geht etwa so: 100 g Hausenblase werden in kaltem Wasser über Nacht eingeweicht.
Das überstehende Wasser wird abgegossen, dann wird 100 g reiner Bienenhonig zugegeben und die
Mischung bei niedriger Temperatur unter Rühren geschmolzen. Die Mischung kann lange aufbewahrt werden.
Der Gebrauch davon ist vielseitig; in Apotheken zu feinen Pflastern, Ceraten und Mundleim, zum Klären
der Weine, des Kaffees und Biers, zum Leimen feiner Gegenstände, zu Sulzen als leicht zu verdauende
Nahrungsmittel bei kranken Personen, zum Planieren feiner Papiere, zum Steifen und Glanzmachen feiner
Seidearbeiten, Bändern, etc.
Die ächte Hausenblase löst sich in kochendem Wasser ganz, die geringere und nachgemachte
aber nicht ganz auf. Hauptsächlich wird sie aber von Apothekern zur Bereitung des beliebten
englischen Pflasters gebraucht; man bedient sich einer Auflösung derselben auch zu Einspritzungen
bei Blutflüssen aus der Nase und dem Uterus.
(Quelle: Droguerie-, Spezerei- und Farbwaaren=Lexikon von Johann Karl König, München 1851)
Hausenblasen-Leim :
- Hausenblasen-Leim, welcher von der inneren Membrane der Luftblase des
Fisches gemacht wird, wird seit langem von russischen Restauratoren als
Befestigungs- und Klebemittel verwendet. Mittlerweile ist die Hausenblase
nun auch westlichen Restauratoren zugänglich. Die Hausenblase hat ein
höheres Haftvermögen und eine geringere Viskosität als vergleichbare
tierische Produkte, wie Gelatine und Hasenleim.
- Entsprechende Menge trockene Hausenblase in ein Glas- bzw. Emailgefäss
legen mit Wasser bedecken, dann mehrere Stunden quellen lassen. Überschüssiges
Wasser abgiessen, Leimmasse ausdrücken und zu einer einheitlichen Konsistenz kneten.
Den Leim in ein Wasserbad umfüllen und mit frischem destilliertem Wasser bedecken.
- Das Wasserbad langsam auf 60° C unter ständigem Rühren erwärmen
(ACHTUNG: Die Leimlösung darf nicht überhitzt werden!) bis der Leim aufgelöst
ist (die Zeit hängt von der Leimmenge ab). Dann von der Feuerstelle
entfernen und wenn nötig, durch ein dünnes (Baumwoll-) Gewebe sieben. Ein
Konservierungsmittel kann jetzt dazugefügt werden, erfahrungsgemäss ist es
jedoch besser immer nur die derzeit benötigte Menge Leim herzustellen.
Restliche Leimlösung kann bei 5-6° C einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt
werden, jedoch geliert die erkaltete Lösung (kann aber vor Gebrauch wieder
neu geschmolzen werden).
- Falls ein Plastifizierungsmittel notwendig ist, so fügen die russischen
Restauratoren der Leimlösung dunklen Wildblumenhonig hinzu - normalerweise
entspricht das Gewicht des Honigs dem Gewicht der trockenen Hausenblase.
Siehe auch allgemeine Informationen zu Leime und Fu-Nori Algenleim.