63100 Hausenblase

Herkunft :

Zusammensetzung :

  Feuchtigkeitsgehalt: 10 - 12 %
  Asche: 8 - 12 %
  Eiweissgehalt: 75 - 85 %

Wir bieten zwei verschiedene Qualitäten Hausenblase an :

63100 Hausenblase: Aus Hausenblase wird eine Lösung gewonnen, der getrocknete Film daraus in Stücke geschnitten. Diese Stücke enthalten kein Blut oder Sehnen. 63110 Salianski Hausenblase: Die aus dem russischen Stör gewonnene Schwimmblase wird vom Fleisch gereinigt und getrocknet. Diese Qualität enthält noch Adern, Blut und Sehnen. Eine weitere Reinigung erfolgt nicht.
Herr Andrei Andreev bat uns, den Vetrieb seiner Hausenblase für Westeuropa und Amerika zu übernehmen. Wir bieten die Russische Hausenblase in bester Qualität an.

Die Qualität 63110 gilt als deutlich besser als die Qualität 63100.

Wegen des hohen Preises werden nur noch besonders schwierige Klebungen mit Hausenblase durchgeführt, immer dann wenn hohe Elastizität mit hoher Haltbarkeit zu vereinen sind. Die Hausenblase wird in kaltem Wasser gequollen, dann im Quellwasser geschmolzen. Die klare Lösung wird ausgegossen, der nach dem trocknen entstehende Film in Streifen geschnitten. Diese Streifen werden nach Bedarf wieder aufgelöst und für die Klebung verwendet. Oder man macht eine Lösung von ca. 8 Gramm/Liter und klebt damit lose Farbschichten auf Bildern. Hausenblasen Leim :

  • Hausenblasen-Leim, welcher von der inneren Membrane der Luftblase des Fisches gemacht wird, wird seit langem von russischen Restauratoren als Befestigungs- und Klebemittel verwendet. Mittlerweile ist die Hausenblase nun auch westlichen Restauratoren zugänglich. Die Hausenblase hat ein höheres Haftvermögen und eine geringere Viskosität als vergleichbare tierische Produkte, wie Gelatine und Hasenleim.
  • Entsprechende Menge trockene Hausenblase in ein Glas- bzw. Emailgefäss legen mit Wasser bedecken, dann mehrere Stunden quellen lassen. Überschüssiges Wasser abgiessen, Leimmasse ausdrücken und zu einer einheitlichen Konsistenz kneten. Den Leim in ein Wasserbad umfüllen und mit frischem destilliertem Wasser bedecken.
  • Das Wasserbad langsam auf 60° C unter ständigem Rühren erwärmen (ACHTUNG: Die Leimlösung darf nicht überhitzt werden!) bis der Leim aufgelöst ist (die Zeit hängt von der Leimmenge ab). Dann von der Feuerstelle entfernen und wenn nötig, durch ein dünnes (Baumwoll-) Gewebe sieben. Ein Konservierungsmittel kann jetzt dazugefügt werden, erfahrungsgemäss ist es jedoch besser immer nur die derzeit benötigte Menge Leim herzustellen. Restliche Leimlösung kann bei 5-6° C einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden, jedoch geliert die erkaltete Lösung (kann aber vor Gebrauch wieder neu geschmolzen werden).
  • Falls ein Plastifizierungsmittel notwendig ist, so fügen die russischen Restauratoren der Leimlösung dunklen Wildblumenhonig hinzu - normalerweise entspricht das Gewicht des Honigs dem Gewicht der trockenen Hausenblase.

    Im Osten gibt es andere Verfahren. Da in Russland Hausenblase in grosser Menge zur Verfügung stand, war man dort nicht so sehr zur Sparsamkeit gezwungen. Diese Rezepte sind den alten Rezepten zur Herstellung von Pflastern in westeuropäischen Apothekerbüchern ähnlich. Ein Rezept geht etwa so: 100 g Hausenblase werden in kaltem Wasser über Nacht eingeweicht. Das überstehende Wasser wird abgegossen, dann wird 100 g reiner Bienenhonig zugegeben und die Mischung bei niedriger Temperatur unter Rühren geschmolzen. Die Mischung kann lange aufbewahrt werden. Der Gebrauch davon ist vielseitig; in Apotheken zu feinen Pflastern, Ceraten und Mundleim, zum Klären der Weine, des Kaffees und Biers, zum Leimen feiner Gegenstände, zu Sulzen als leicht zu verdauende Nahrungsmittel bei kranken Personen, zum Planieren feiner Papiere, zum Steifen und Glanzmachen feiner Seidearbeiten, Bändern, etc.

    Die ächte Hausenblase löst sich in kochendem Wasser ganz, die geringere und nachgemachte aber nicht ganz auf. Hauptsächlich wird sie aber von Apothekern zur Bereitung des beliebten englischen Pflasters gebraucht; man bedient sich einer Auflösung derselben auch zu Einspritzungen bei Blutflüssen aus der Nase und dem Uterus.

    (Quelle: Droguerie-, Spezerei- und Farbwaaren=Lexikon von Johann Karl König, München 1851)

    Hausenblasen-Leim :

    Siehe auch allgemeine Informationen zu Leime und Fu-Nori Algenleim.