63300 Gummiarabikum



Nach seinem Gehalt an Arabin wird das Gummi aus dem Sudan oder von anderen tropischen Akazienarten Nordafrikas Gummiarabikum genannt. Die Färbung der sehr verschieden grossen kugeligen Stücke schwankt zwischen ganz blassem, bräunlichem Gelb bis zu zart rotbräunlichen Tönen.

Während die Stücke des Gummiarabikums gewöhnlich klaren Bruch zeigt, ist die wässrige Lösung leicht getrübt. Die normalerweise vorkommenden Verunreinigungen durch Rindenteilchen, Holzfasern oder andere Fremdkörper bilden einen mitunter reichlich schmutzigen Bodensatz. Deshalb filtriert man die wässrigen Lösungen dieser Gummisorten ab, was erleichtert wird, wenn man vorher die Gummilösung anwärmt. Das Mischungverhältnis mit Wasser geschieht ganz nach Belieben je nach Verwendungszweck. Wir lösen normalerweise 1 Raumteil Gummi in 2 Raumteilen Wasser über Nacht. Der sämige Gummischleim ist mit Verunreinigungen versehen und wird vor der Verwendung durch ein Sieb gerührt.

Gummilösungen neigen zum Säuern. Die Industrie setzt gebrauchsfertige Lösungen, welche auch heute noch als Büroleim verkauft werden, Konservierungmittel zu. Wir verhindern das über einen längeren Zeitraum, indem wir 6 g Borax in 125 ccm Wasser heiss lösen und unsere Gummilösung damit versetzen. Die genannte Menge reicht für 1 Liter Gummilösung. Die Viskosität steigt dadurch allerdings etwas an, was aber normalerweise nicht stört und sich bei der Verarbeitung zu Emulsionen sogar vorteilhaft auswirkt.

Gummiarabikum ist ein hervorragender Emulgator, aber auch Kirsch-, Pfirsich-, Aprikosen- und Pflaumengummi stehen ihm nicht nach.

Gummilösungen versetzt man gern mit etwas Glycerin bis zu etwa 5 oder 10 Prozent, wenn sie zur Bereitung von Aquarellfarben dienen sollen. Durch die Mengenbemessung an Gummiarabikum, die für einzelne Pigmente verschieden ist, wird massgeblich zur Regelung der Lasurfähigkeit von Aquarellfarben im Gegensatz zu Deckfarben beigetragen.

Richtrezeptur Gummi-Öl-Emulsionen

  • 80 Gewichtsanteile Gummiarabikum-Lösung (1:1 Gummiarabikum in dem. Wasser gelöst)
  • 20 Gewichtsanteile siccativiertes Leinöl (Leinölfirnis)
    oder
  • 20 Gewichtsanteile Alkydharzlösung (79100-79142)

    Diese Gummi-Öl-Emulsion könenn sich Maler in einer Porzellanreibschale, einem Mörser mit Kolben, infach und rasch selbst herstellen, genau so, wie sich heute noch Apotheker kleine Mengen von Emulsionen herstellen. Siehe auch Aquarell-Rezepte. Quelle: "Werkstoffe und Techniken der Malerei" (1967) von Kurt Wehlte