64062 Soda, Natriumcarbonat, kohlensaures Natrium
Chemische Zusammensetzung : Na2CO3·10 H2O
Grosse, farblose, eisartige, monokline Kristalle, die aus wässrigen Lösungen unterhalb 32° auskristallisieren. Soda schmilzt bei 32° im Kristallwasser, wobei zunächst das Heptahydrat (Na2CO3·7H2O) und bei 34,5° das Monohydrat (Na2CO3·1H2O) entsteht.
Die kristallwasserfreie Soda, auch "kalzinierte" Soda genannt, ist ein weisses Pulver vom spez. Gewicht 2,5, es schmilzt bei 850°. Soda ist in Wasser leicht löslich, die wässrige Lösung reagiert infolge Hydrolyse stark alkalisch. Je 100 g Wasser lösen bei 0° 21,33 g Soda (bzw. 6.97 g kalzinierte Soda), bei 20° 92,8 g (bzw. 21,7 g), bei 104° 439,6 g (bzw. 45,47 g).
Die Kristallsoda wird trotz ihres hohen Kristallwassergehalts (63%) fabrikmässig hergestellt und in den Handel gebracht, da sie sich in Wasser viel leichter auflöst. Die Sodakristalle zerfallen schon an trockener Luft oberflächlich unter Kristallwasserabgabe zu einem weissen Pulver.
Die kalzinierte Soda kann umgekehrt in feuchten Räumen bis zu 10% Wasser binden, ohne feucht auszusehen. Man löst kalzinierte Soda am leichtesten durch Einrühren in heisses Wasser. Mit Säuren entwickelt Soda unter Aufbrausen Kohlendioxid. Beim Verkochen von tierischen und pflanzlichen Fettsäuren mit konz. Sodalösung entstehen Seifen.
Vorkommen:
Soda findet sich (in Mischung mit Natriumbicarbonat) in grossen Mengen Natronseen von Ägypten, Nord- und Südamerika.
Der Sodagehalt von Owens Lake in Kalifornien wird allein auf rund 100 Mill. t geschätzt. Aus diesem gewinnt man
durch Wasserverdunstung eine ziemlich unreine Soda. Der ostafrikanische Magadi-See (70 Meilen von Nairobi entfernt) enthält
eine 2,5-3 m dicke Schicht von ca. 97%igem Natriumsequicarbonat. Soda findet sich in einigen alkalischen
Heilquellen (Karlsbad) und in Form von Bodenausblühungen bei Debreczin und in einigen Laven.
Beim Verbrennen von kochsalzreichen Meeres- oder Strandpflanzen hinterbleibt eine sodareiche Asche. Auf diese
Weise hat man bis vor etwa 150 Jahren die meiste Soda gewonnen.
Verwendung:
In der Glasfabrikation, Seifenindustrie, chem. Industrie, Wäscherei, Celluloseindustrie,
zur Wasserenthärtung, zur Herstellung vieler Chemikalien (Borax, Bicarbonat, Oxalaten, Phosphaten,
Ätznatron,
Wasserglas, Ultramarin usw.), in der Leim- und Harzfabrikation,
als Bestandteil von Wash- und Putzmitteln, bei der Metalloberflächenbehandlung, in Emaillierwerken,
Gerbereien, Papierfabriken, Färberei, Bleicherei usw.
Der Name Soda stammt von dem italienischen Wort "soda" (Form von sodo, von lat. solidus = hart, fest).