64104 Kaliumhydroxid, Ätzkali, Kalihydrat



Chemische Zusammensetzung : KOH

Kaliumhydroxid kommt gewöhnlich in Form von trockenen, harten, weissen Stangen oder auch als Pulver, walnussgrosse Stücke, Brocken, Plätzchen, Tabletten u. dgl. luftdicht verschlossen in den Handel.

An der Luft zieht Kaliumhydroxid energisch Wasser und Kohlendioxid an, wobei eine zerfliessende, kaliumcarbonathaltige Masse entsteht. Kaliumhydroxid ist in 0,5 Tl. Wasser und 2,5 Tl. Alkohol unter Erwärmung leicht löslich. Die stark alkalisch reagierende ätzende, wässrige Lösung heisst Kalilauge.

In festem Zustand bildet Kaliumhydroxid ein Mono-, Di-, und Tetrahydrat. Auf der Haut wirkt angefeuchtetes Kaliumhydroxid stark ätzend ("Ätzkali").

Herstellung:
Durch Eindampfen der bei Kaliumchloridelektrolyse entstehenden Kalilauge oder (älteres Verfahren) durch Umsetzung von Pottasche und gelöschtem Kalk und Eindampfen des kalilaugenhaltigen Filtrats.

Verwendung:
Als Trockenmittel für Kohlendioxid (in Sauerstoffgeräten wird das ausgeatmete Kohlendioxid von einer Patrone mit fein verteiltem Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid aufgenommen), für Alkalischmelzen in der Terrfarbstoffherstellung, in der Heilkunde zu äusserlichen Ätzungen. Wesentlich umfangreicher ist die Verwendung der Kalilauge, die man bei der Auflösung von Kaliumhydroxid in Wasser erhält.