64221 Natriumsulfat, Glaubersalz, schwefelsaures Natrium



Chemische Zusammensetzung : Na2SO4·10H2O

Grosse, farblose, monokline Prismen, die unterhalb 32° aus der wässrigen Lösung auskristallisieren und bei 32° in ihrem Kristallwasser schmelzen. An der Luft verwittern die Kristalle langsam unter Kristallwasserverlust. Je 100 g Wasser lösen bei 0° 4,5 g Natriumsulfat, bei 20° 16,1 g, bei 32,38° 33,2 g, bei 40° 32,5 g, bei 50° 31,8 g und bei 100° 29,9 g.

Die Wasserlöslichkeit des Natriumsulfates erreicht also bei 32,38° ein Maximum. Bei der Abkühlung der gesättigten Lösung treten leicht Übersättigungserscheinungen auf. Die Lösungen reagieren neutral. Das aus über 32° heissen Lösung erhaltene kristallwasserfreie Natriumsulfat kristallisiert rhombisch bipyramida. Es löst sich in Wasser unter leichter Erwärmung (Hydratationswärme), dagegen löst sich das kristallwasserhaltige Salz unter starker Abkühlung.

Natriumsulfat findet sich in der Natur in vielen Mineralwässern (Marienbad, Karlsbad, Franzensbad und anderen Glaubersalzquellen), ferner als Mineral Thenardit und in den Doppelsalzen Glauberit, Astrakanit, Glaserit, Löweit usw. In Kanada gibt es grosse, nahezu reine, Glaubersalzlager.

Herstellung:
Man erwärmt das bei der Salzsäurefabrikation aus Kochsalz und Schwefelsäure erhaltene Natriumbisulfat zusammen mit weiteren Mol Kochsalz (Steinsalz) auf etwa 650°, wobei weitere Salzsäuren und Natriumsulfat entstehen, oder man setzt Steinsalz mit Magnesiumsulfat (Kieserit) um.

Verwendung:
Zur Glasfabrikation, Packpapierherstellung, in der Färberei, als Waschmittelzusatz, zur Herstellung von Ultramarin, Natriumsulfid, Wasserglas usw.

Natriumsulfat wurde bereits 1650 bis 1660 von Glauber aus Kochsalz und Schwefelsäure dargestellt, daher die Bezeichnung Glaubersalz.