77750 Kaliwasserglas, KaliumsilikatDickflüssige, ölige, farblose Flüssigkeit die eine wässrige kolloidale Lösung von Kieselsäure darstellt.
Man gewinnt Kaliwasserglas durch Zusammenschmelzen von 3 Teilen Quarzsand, 2 Teilen Kaliumcarbonat und 0,2 Teilen Kohle (alles fein pulverisiert). Das so erhaltene, feste Gemisch aus Kaliumsilikat und Kieselsäure wird in grossen Druckkesseln mit überhitztm Wasser in eine sirupartige Lösung verwandelt.
Da Kaliwasserglas durch alle Säuren (also auch durch Kohlensäure) mehr oder weniger schnell ausgeflockt wird (Ausscheidung von fester Kieselsäure), ist es luftdicht verschlossen aufzubewahren.
Kaliwasserglas dient als Bindemittel bei Wasserglasanstrichen. Mit Hilfe von Kaliwasserglas stellt man auch Flammschutzanstriche her. Kaliwasserglas ähnelt in sehr vielen Eigenschaften dem gewöhmlichen Natronwasserglas.
Quelle: "Reclams Handbuch der künstlerischen Maltechniken Band 1. Hermann Kühn: Farbmaterialien"
Wasserglas ist eine sirupartige klare Lösung von Natron- oder Kalisilikaten in Wasser.
Zur Herstellung wird ein Gemenge aus Quarzsand, Soda oder Pottasche und Kohle geschmolzen und die glasartige
Schmelze nach dem Abkühlen in Wasser gelöst. Wasserglas wurde im 19. Jahrhundert erstmals als
Bindemittel für witterungsbeständige Wandmalereien vorgeschlagen. Die ersten grösseren
Gemälde mit Wasserglasfarben schuf der Kirchen- und Historienmaler Josef Schlotthauer (1789-1869).
Darauf begannen auch andere Maler wie Wilhelm von Kaulbach sich für dieese "Stereochromie"
bezeichnete Technik zu interessieren (1850-53 wurde nach den Entwürfen Kaulbachs an der Fassade
der Münchner Neuen Pinakothek Malereien mit Wasserglasfarben ausgeführt).
Um 1878 entwickelte der Chemiker A.W. Keim Silikatfarben auf der Basis von Wasserglas, die heute noch als "Keimsche Mineralfarben" für Anstriche und Malereien an Aussenfassaden Verwendung finden.
Beim Trocknen von Wasserglasfarben verdunstet das Wasser, wobei sich gleichzeitig das Wasserglas in Kieselsäure, Pottasche bzw. Soda zersetzt. Die unlösliche Kieselsäure bildet das Bindemittel für die Pigmente, während Soda und Pottasche vom Regen ausgewaschen werden.
Technische Informationen des Herstellers:
| Chemische Beschreibung: | anorganisches Bindemittel auf der Basis von Kaliumsilikat | ||||
| Wirkungsweise: | verfestigt mineralische Untergründe durch Verkieselung | ||||
| Lieferspezifikation: (Durchschnittswerte) |
Feststoffgehalt: |
ca. 28% |
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| Dichte (20° C): | ca. 1,25 g/cm3 | ||||
| Viskosität (20° C) Brookfield DK 1,60 Upm): |
ca. 18 mPas | ||||
| pH-Wert (20° C, 10%ig): | ca. 12 | ||||
| Kristallisationstemperatur: | < 1° C | ||||
| Eigenschaften: |
da die Beschichtungen dampfdiffusionsoffen sind |
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| Anwendungsbereiche: | Kaliwasserglas eignet sich für Silikatfarben und Dispersions-Silkatfarben sowie für Silikatputze. | ||||
| Hinweise: | Kaliwasserglas stets in geschlossenen Gebinden aufbewahren. Glas-, Keramik-, Metall- und Natursteinverbindungen
vor Beginn der Arbeiten gut abdecken. Spritzer sofort mit Wasser entfernen. Geräte nach Beendigung der Arbeit sofort mit Wasser reinigen. Ein Zusatz von etwas Trilon B und Natronlauge erhöht die Reinigungswirkung. |
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| Lagerung: | Kaliwasserglas vor Frost geschützt lagern. In geschlossenen Gebinden mindestens 12 Monate lagerfähig. Bei Aufbewahrung in Tanks ist eine zwölfmonatige Lagerung ebenfalls gewährleistet. | ||||
| Gefahrhinweise/ Sicherheitsratschläge |
Kennzeichnung gemäss GefStoffV: Xi Reizend Weiterhin empfhelen wir die Beachtung folgender R- und S-Sätze: R 36/38 S 26, S 27, S 28, S 24/25, S 37/39 |
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Siehe auch Erklärung zu 28/30° Baumé Grad und für Wasserglas geeignete Pigmente.