79350 Mastixfirnis
Seidenglänzender, kaum gilbender Naturharzfirnis für Ölbilder aus extra hellem Chios-Mastix.
Etwas härter als Dammar. Mit Terpentinöl verdünnt auch als Retuschierfirnis geeignet. Nicht in Terpentinölersatz (Shellsol T) löslich.
Rezept für Mastixlösung
Man löst Mastix, indem man die Brocken in eine Flasche gibt mit der entsprechenden Menge doppelt rektifizierten Terpentins. Die Flasche wird schräg gelegt, um eine grössere Anlösefläche zu erzeugen. Während des Tages öfters schütteln.
Ist die Lösung fertig, wird sie durchgeseiht, und dabei werden die Verunreinigungen beseitigt.
Die Flasche, in welcher die Harzlösung abgefüllt wird, muss mit einer schwarzen Manschette gegen Lichteinfluss geschützt bleiben, falls man nicht die für solche Zwecke geschaffene braunen Flaschen aus Glas oder Polyethylen verwenden möchte.
Rezept für Mastixlösung 1:3 (Mastix-Malmittel)
Der Lösevorgang, wie oben beschrieben, ist bei diesem Verhältnis 1:3 schon nach kurzer Zeit beendet. Die Zeitdauer hängt sowohl von dem Alter des Harzes wie von der Lösekraft des Terpentinöls ab.
Rezept für alkoholischen Mastixfirnis
Das Harz wird gelöst, wie vorhin beschrieben, und dann filtriert. Alkoholfirnisse, die auch aus alkohollöslichen, für künstlerische Arbeiten geeigneten Kunstharzen hergestellt werden können, wurden früher häufiger als Zwischenfirnisse benutzt oder auch als Retuschierfirnis, z.B. zum Herausholen eingeschlagener Stellen.
Bei der Verarbeitung von Alkoholfirnissen muss daran gedacht werden, dass Alkohole gleichsam Abbeizmittel für getrocknete Ölfarbenfilme sind. Das Arbeiten mit einem Alkoholfirnis auf einem Ölbild will gekonnt sein, am ehesten gelingt ein mehrmaliger, sehr dünner Auftrag mit der Spritzpistole.
Rezept für Mastix und venetianer Terpentin
Das Harz wird zusammen mit dem venetianer Terpentin leicht erwärmt (ca. 60° C in einem Wasserbad). Dieses Malmittel wird als Zusatz zu fertigen Ölfarben häufig verwendet um lasurhafte Farbaufträge zu erzielen. Durch den hohen Mastixanteil trocknen die Farben schnell auf. Siehe auch Dammarfirnis.
Quelle: "Malmaterial und seine Verwendung im Bilde" (19. Auflage, 2001) von Max Doerner