79100 - 79142 Alkydharze
Alkydharze sind gemäss DIN 55945 synthetische Polyesterharze, "hergestellt durch Veresterung von mehrwertigen Akoholen, von denen mindestens einer 3- oder höherwertig sein muss, mit mehrbasischen Carbonsäuren. Alkydharze sind stets modifiziert mit natürlichen Fettsäuren bzw. Ölen und/oder synthetischen Fettsäuren."
Die Herstellung kann im wesentlichen nach 2 Verfahren erfolgen:
Die natürlichen pflanzlichen Öle und Fette weisen mannigfache Zusammensetzungen je nach Art und Herkunft auf. Die Variationsmöglichkeit von Alkydharzen in Aufbau, Zusammensetzung und damit in ihren lacktechnischen Eigenschaften ist daher ausserordentlich gross.
Die Einteilung der Alkydharze richtet sich also in erster Linie nach den verwendeten Ölen bzw. deren Fettsäuren und ihren prozentualen Anteilen. Darüber hinaus sind zahlreiche Modifikationsmöglichkeiten durch chemischen Einbau anderer Komponenten (z. B. Naturharze, Phenolharze, Acryl-, Epoxid-, Silicon-Verbindungen, Styrol, Isocyanate, Thixotropieträger usw.) gegeben, so dass häufig das durch die Ölart und ihren Prozentanteil an sich bestimmte Eigenschaftsbild des Alkydharzes durch die Modifikation wesentlich überlagert werden kann.
Man teilt die Alkydharze in folgende Gruppen ein (DIN 55945):
Die kurzöligen Alkydharze finden überwiegend Verwendung als Bindemittel in Einbrennlacken (Kombination mit Aminoharzen), säurehärtenden oder NC-Kombinationslacken. Die mittelöligen sind im wesentlichen Bindemittel für das Kontingent der luft- und wärmetrocknenden Industrielacke, während die langöligen Typen für Maler-, Bautenlacke und Korrosionsschutzfarben eingesetzt werden.
Zusammensetzung der Alkydharze gegenüber anderen Bindemittelsystemen liegen nach wie vor in ihrer technologisch ungeheuren Variationsbreite. Diese ermöglicht massgeschneiderte Einstellungen für bestimmte Eigenschafte und Anwendungsgebiete. Ferner zeichnen sich Alkydharze durch einfache Verarbeitbarkeit und Anwendung aus, und nicht zuletzt sind die Alkydharze immer noch sehr preisgünstig.
Die Eigenschaften der Alkydharze werden - wie dargelegt - durch ihre Zusammensetzung bestimmt. Einfluss haben - wenn auch untergeordnet - die Kennzahlen. Die Säurezahlen liegen im allgemeinen in einem relativ kleinen Intervall, das bei den lufttrocknenden Typen bei niedrigeren Werten liegt als z.B. bei den Einbrenntypen. Die Viskositätswerte werden meistens in P/20° C oder in DIN-Becher-s20° C angegeben, neuerdings auch in SI-Einheiten (mPa . s = 1 cP). Sie schwanken zwar entsprechend dem verwendeten Lösemittel, beziehen sich jedoch meistens auf 50%ige Lösungen.
In allen Zusammensetzungen und Kennwerten sind fliessende Übergänge vorhanden, so dass Angaben über einen Harztyp einen Vergleich entsprechender Typen anderer Hersteller zulässt.
Alkydharze dienen als Lackrohstoff, besonders zu Anstrichen an Haushaltsmaschinen, Kücheneinrichtungen, Automaten, zur Herstellung bestimmter Kunstleder, Isoliermassen, Klebstoffen und desgleichen.
Quelle: http://coatings.site.de
Siehe auch Alkydharzöl.