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Newsletter 08-2019



Kremer Pigmente

Caput Mortuum

Caput Mortuum ist ein mehr oder weniger violettstichiges Braun, das farblich eine Sonderstellung einnimmt. Durch Mischen würde man diese dunklen Töne erzielen, wenn man Dunkelrot mit Schwarz mischt. Chemisch handelt es sich um besonders reines Eisen-III-Oxid (Fe2O3). Bezüglich seiner Herkunft kann man es in zwei Gruppen unterteilen: natürliches und synthetisches Caput Mortuum. Farblich sind hier keine entscheidenden Unterschiede festzustellen, welche auf die Herkunft hinweisen.
 
Natürliches Caput Mortuum findet sich, wie die anderen Eisenoxide an vielen Stellen der Welt. Zeitweise von Bedeutung war das Persischrot. Generell gilt für Caput Mortuum, das es sich um typische deckende Pigmente handelt. Nur haben die Naturfunde trotz aller Farbtontiefe häufig einen sehr harten bis sandigen Charakter, was für Wandtechniken durchaus wünschenswert sein kann.
 
Synthetisches Caput Mortuum wurde bereits sehr früh von den Alchimisten gewonnen. Eisenvitriol (Eisen-II-Sulfat) wurde in Retorten bis zur Glut erhitzt, wobei Schwefeltrioxid entwich, welches zusammen mit Wasser Schwefelsäure ergab. Diese violett-braunen Rückstände waren also ursprünglich ein Abfallprodukt, dann aber sehr als Malpigmente geschätzt, handelte es sich doch um ein hochreines Eisen-III-Oxid ohne störende Beimengungen. Mitte des 19. Jh. schließlich begann man, künstliche Eisenoxide auch im grösseren Stil in Fabriken herzustellen. Während die helleren Sorten allgemein damals als Marsrot bezeichnet wurden, nennt man die dunkelsten auch heute noch Caput Mortuum, je nach dem mit dem Zusatz "violett".
 
Sämtliche Caput Mortuum Sorten sind unbegrenzt haltbar und für alle Maltechniken geeignet. An sich genügt bei weichen Sorten in wässrigen Bindemittelsystemen ein Anspachteln, in Öl sollte grundsätzlich mit dem Glasläufer angerieben werden, sieht man von den Kleinstmengen für den sofortigen Verbrauch ab. Interessant ist, dass der Farbton des Pigments bei Ölzusatz in eine sattere und leicht wärmere Nuance umschlägt. In Tempera-Technik ist, wie bei den meisten anderen Erdfarben auch, nach dem Firnissen ein beträchtlicher Gewinn an Tiefe festzustellen. Der violettstichige Charakter dieser Pigmente kommt besonders bei Weissausmischungen zur Geltung und lässt sich unter Zusatz von Ultramarin- oder Kobaltblau ein verhältnismäßig schönes Violett ermischen! Der Effekt ist noch interessanter, wenn man beispielsweise mit Tempera untermalt und dünn mit Blau überlasiert.

 

Schwedenrot / Falunröd

In Falun waren die grössten Kupfergruben Nordeuropas. Bei der Kupfergewinnung aus dem Erz ergibt sich das violettrote Eisenoxid als Nebenprodukt. Die Schweden haben mit ihrem lokalen Pigment und den anderen in Schweden verfügbaren Materialien wie Leinöl und Roggenmehl erfolgreich seit Jahrhunderten ihre Holzhäuser geschützt. Noch heute wird Caput Mortuum auf diese Weise hergestellt. Wir bieten Caput Mortuum in verschiedenen Farbnuancen an (#48700, #48710, #48750). Das Eisenoxid (#48220) hat einen ähnlichen Farbton.

ZUTATEN

· 67 % Wasser
· 2 % Eisenvitriol (= Eisen(II)-sulfat) (#64200)
· 5 % Roggen- oder Weizenmehl Type 1150
· 18 % Eisenoxidpigment (nach Belieben, #48060–#48600, #48700, #48750)
· 8 % Leinöl natur, kaltgeschlagen (#73020)
· großer Topf

VERARBEITUNG
Zuerst das Wasser in einen ausreichend großen Topf geben, das Eisenvitriol einrühren und das Ganze zum Kochen bringen. Das Roggenmehl mit kaltem Wasser zu einem klumpenfreien, dünnflüssigen Brei anrühren. Den Mehlbrei langsam in das kochende Wasser einrühren und unter stetigem Rühren 5 Minuten schwach weiterkochen. Das Pigment (ursprünglich Caput Mortuum) nach und nach in kleinen Portionen in die Masse einrühren und unter stetigem Rühren weitere 15 Minuten simmern lassen. Den Topf vom Herd nehmen und das Leinöl in die Masse einarbeiten. Das Leinöl wird langsam in einem dünnen Strahl, unter stetigem starken Rühren in die Masse eingearbeitet. Es darf sich keine Ölschicht bilden. Der Verbrauch liegt bei circa 100–150 ml/m² je Anstrich.

HINWEIS
Ein Zusatz von 6 % Zinksulfid (#46350) erhöht die Beständigkeit im Außenbereich.

 

NEUE Aquarellkästen

Kremer Aquarellfarben werden in aufwändiger Handarbeit aus historischen und modernen Pigmenten hergestellt. Höchste Sorgfalt bei der Herstellung und Verarbeitung der reinen Pigmente gewährleisten eine außergewöhnliche Leuchtkraft der Aquarellfarben. Ausgewählte organische und anorganische Pigmente werden mit Kremer Aquarellmalmittel auf Basis von Gummiarabikum gebunden. Die fertige, flüssige Farbe wird dann in dünnen Schichten in die Näpfchen gefüllt. Nach der Trocknungszeit folgt die nächste Schicht. Dieser Vorgang wird abhängig vom Pigment bis zu viermal wiederholt. Beim Malen wird dann mit Hilfe von Wasser wieder eine dünne Schicht der getrockneten Aquarellfarbe mit dem Pinsel abgelöst. Nach dem Trocknen bleibt die Farbe durch das Gummiarabikum auf dem Malgrund fixiert.

Aquarellkasten Wiener Maler – Klein
14 Aquarellfarben in halben Näpfen

231808 Rot DPP BO, PR 254
236108 Alizarin-Krapplack
402208 Goldocker italienisch
432008 Nickeltitangelb
439208 Wismutgelb, dunkel
441308 Kobalt Flaschengrün
441518 Kobaltgrün blaustichig A
457008 Kobaltblau dunkel
457608 Kobaltblau türkis dunkel
463608 Kremerweiß
472508 Flammruß
500008 IRIODIN® 103 RUTIL STERLING Silber
501108 IRIODIN® 307 STAR GOLD, Colibri, fein
501808 IRIODIN® 303 ROYAL GOLD

Erhältlich unter der Bestellnummer #881039

Aquarellkasten Perlglanzpigmente – Klein
8 Aquarellfarben

500008 IRIODIN® 103 RUTIL STERLING Silber
500408 IRIODIN® 119 POLAR WHITE, Polarsilber
501008 IRIODIN® 300 GOLDPERL, Colibri Gold
501108 IRIODIN® 307 STAR GOLD, Colibri, fein
501798 IRIODIN® 323 ROYAL GOLDSATIN
502008 IRIODIN® 320 HELLGOLDPERL, Bleichgold
503008 IRIODIN® 500 BRONZE
504008 IRIODIN® 504 Rot

Erhältlich unter der Bestellnummer #881043

 

Wieder verfügbar:
Brilliantgelb, Hansagelb

Hansagelb wird in der heutigen Zeit aus ökologischen Gründen häufig als Ersatz für das giftige, bleihaltige Chromgelb verwendet. Es handelt sich um einen organischen Farbstoff aus der Gruppe der Monoazo-Pigmente. Das erste Hansagelb, Pigment Yellow 1, kam 1910 auf den Markt. Die Azo-Pigmente konnten im Laufe der Jahrzehnte ständig verbessert werden. So sind die heute üblichen Sorten mit den damals als "Hansagelb" bezeichneten Farbstoffen qualitativ kaum zu vergleichen.

Hansagelbe zeichnen sich durch eine sehr gute Deckkraft aus. Die Lichtechtheit beträgt im Vollton 8. Es kann in Aquarellfarbe, Tempera, Öl- und Acrylfarbe angewendet werden.

Erhältlich unter der Bestellnummer #23651
in 20 g, 100 g und 1 kg Gebinden.

 

NEU: Fächerpinsel Meisterklasse

neueste High-Tec Synthetikhaar Auslese

Der Fächerpinsel Meisterklasse S ist optimal für die Landschaftsmalerei geeignet. Besonders bei Textur-Effekten zeigt, die dem Kolinskyhaar nachgebildete Synthetikhaar Auslese, ihre Formbeständigkeit. Ideal für Aquarellanwendungen, alle wasserverdünnbaren Medien und Vergoldearbeiten.

#85022702 Gr. 2: Haarlänge 20 mm, Ø 7,7 mm
#85022706 Gr. 6: Haarlänge 28 mm, Ø 11 mm
#85022708 Gr. 8: Haarlänge 30 mm, Ø 12,7 mm
#85022710 Gr. 10: Haarlänge 35 mm, Ø 16 mm

 

Kremer Pigmente auf internationalen Messen

Urban Sketchers Symposium

30. August 2019, Augsburg, Deutschland

Urban Sketchers ist ein internationales Netzwerk von Künstlern, die Szenen ihrer Umgebung zeichnerisch festhalten, gemeinsam besprechen, sowie online posten und veröffentlichen.

Salone Internazionale del Restauro

18. - 20. September 2019, Ferrara, Italien

Restoration, Museums and Cultural Business Trade Show.


Mondomusica

27. - 29. September 2019, Cremona, Italien

Internationale Messe für handgefertigte Musikinstrumente.

Patrimoine

24. - 27. Oktober 2019, Paris, Frankreich

International führende Messe für Kulturerbe.