Le Corbusier, 1867 als Charles-Edouard Jeanneret in der Schweiz geboren, hat in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit seinem Streben nach der Reinheit der Flächen das neue Bauen definiert. Doch trotz aller Reinheit verzichtete man dabei nicht völlig auf die Farbe, wie es jahrzehnte lang als Lehrmeinung vertreten wurde. Statt das strahlende Weiss zur alleinigen Maxime zu erheben, bediente sich le Corbusier sehr dezidiert der Farben.
Das Farbrepertoire Le Corbusiers war von sanften Tönen geprägt, ergänzt von leuchtenden, tiefen Nuancen. Natürlich war die Auswahl der Farbtöne subjektiv bestimmt – Le Corbusier suchte Farben mit historischem, künstlerischem und assoziativem Hintergrund. Ein pragmatischer Ansatz, der über 60 Farbtöne hervorbrachte. Leuchtende Buntnuancen stehen neben erdigen, kraftvollen Farbwerten, und auch tiefes Schwarz gehört dazu. Dennoch zeichnet sie alle eine innere Stimmigkeit aus, die disharmonische Kompositionen unmöglich werden lässt.
Und noch etwas erstaunt: die Zeitlosigkeit. Bis heute haben die Farbtöne nichts an Kraft oder Aktualität verloren und alle Trends überlebt.
In aufwendiger Kleinarbeit, mit zahllosen Nuancierungsreihen und umfangreicher Recherche ist es der Schweizer Farbenmanufaktur kt. COLOR gelungen, die Pigmentierung aller Töne so zu rekonstruieren, dass sie den Originalen entsprechen. Das hört sich simpel an, ist aber tatsächlich ernorm kompliziert, denn Le Corbusier hinterliess keine Rezepturen, also genaue Aufzeichnungen, in denen die Pigmente und ihre Herkunft aufgelistet gewesen wären. Auch die Fondation Le Corbusier, die in Paris den Nachlass des Architekten verwaltet, konnte hier nichts beitragen, stellte aber kleine, originale Farbmuster zur Verfügung. Diese allerdings waren vergilbt und inhomogen, womit sie für exakte Farbbestimmungen kaum taugten. Mit Wissen um die Pigmentherkunft der Farbtöne konnte das Ziel erreicht werden – lange Versuchsreihen waren allerdings nicht zu umgehen.
Schliesslich mussten all die Pigmente noch mit der aktuellen Farbtechnologie kompatibel sein. So erstreckt sich das heutige Repertoire von den alten Öl- und Leimfarben bis zu Dispersionssilikat- und Acrylharzfarben. In der kleinen Halle der Farbenmanufaktur werden heute ca. 500 unterschiedliche Produkte gelagert – denn jeder Farbton wird einzeln rezeptiert und hergestellt. Industriell gesehen ein Anachronismus, doch nur so wird die Farbexaktheit garantiert.
Das gilt auch für die nuancenreiche, siebzehnteilige Weissreihe. Jeder Ton basiert auf anderen, teils natürlichen Pigmenten, die teils in Zypern, teils in Italien und Frankreich abgebaut werden. Statt dem üblichen Verfahren, vorhandene Töne durch Zugabe von Weiss aufzuhellen, entsteht jede Weissnuance als eigene Farbe und trägt so trotz ihrer Sanftheit einen ganz eigenen Charakter.
Dass so produzierte Materialien natürlich ihren Preis haben, versteht sich von selbst. Pigmentierungshöhe, Kleinmengenproduktion und auch die Lizenzierung durch die Fondation Le Corbusier hinterlassen natürlich ihre Spuren.
Doch es geht hier auch nicht um die Farbe als Eimermaterial: es geht um Farbkultur. Und wer sich das satte Vert vif oder Bleu outremer beschaut, der ist nicht nur vom Namen beschwingt.
Die Palette „Polychromie Le Corbusier“ wird in Deutchland von Kremer Pigmente exklusiv vertrieben. Zusätzliche Informationen unter www.ktcolor.ch und kremer-pigmente.de
Die Schweizer Farbenmanufaktur kt.COLOR besitzt weltweit die einzige Lizenz für die Herstellung der Farbtöne des Architekten Le Corbusiers. Seit Januar 2000 werden in Uster die Farben der Polychromie Le Corbusier und andere historisch bedeutsame Farbnuancen aus industriell nicht eingesetzten Pigmenten von Hand hergestellt. Die Firma Kremer Pigmente hat den Exklusivvertrieb der Produkte in Deutschland. Die internationale Kundschaft umfasst bekannte Namen wie Mario Botta, André Heller, Brad Pitt, Hugo Boss, Burkhalter & Sumi, Günther Förg u.v.a.
Fachreferentin Dr. Katrin Trautwein ist promovierte Chemikerin und Gründerin der kt.COLOR. Aus den Rekonstruktionsarbeiten im Zusammenhang mit der Polychromie Le Corbusier entwickelte sich eine vertiefte Beziehung zu traditionellen Pigmenten und deren Einsatzmöglichkeiten in der modernen Architektur.
Dipl.-Ing. (Arch.) Anja Pobitschka arbeitet seit vielen Jahren für Kremer Pigmente und berät Architekten zur Anwendung der Polychromie Le Corbusier in Deutschland.
I. Polychromie Le Corbusier Einführungsvortrag
Kursumfang 1.5 Stunden mit Diavorführung
Kosten Referentenhonorar nach Absprache
Le Corbusier schuf ein wenig bekanntes, einzigartiges Werkzeug für architektonische Farbkonzepte. Die Polychromie Le Corbusier ist noch heute eine der interessantesten Farbkonzeptionen der Moderne. Sie stellt Bezüge her zwischen Architektur und Kunst und den raumbildenden Qualitäten der Farbe und subjektiven Auswahlkriterien. Die unverkennbare Wirkung der Farbklänge beruht auf dem Einsatz selten gewordener Pigmente. Im Vortrag werden die Spurensuche, die Rekonstruktionsarbeiten und Besonderheiten der Polychromie Le Corbusier erläutert.
II. Polychromie Le Corbusier Kompaktseminar
Kursumfang 1 Tag von 9.00 - 17.00
Kurskosten ca. SFr 290.- per Teilnehmer inkl. umfangreicher Dokumentation, Farbkarte und selbst hergestellte Mustertafeln
Die Farben der Polychromie Le Corbusier werden vorwiegend aus Naturerden und industriell nicht mehr eingesetzten Mineralpigmenten hergestellt. Im Kompaktseminar werden die theoretischen Hintergründe der Polychromie Le Corbusier, die eingesetzten Materialien und bedeutsame Folgen für die Farbgestaltung und den Einsatz am Bau vermittelt.
Das Programm beinhaltet zwei Fachreferate
Praktische Übungen werden durchgeführt zur Verdeutlichung der
III. Materialkunde Anstrichstoffe: Grundlagen für Gestalter, Designer und Architekten
Kursumfang 1 Tag von 9.00 - 17.00
Kurskosten ca. SFr 290.- per Teilnehmer inkl. umfangreicher Dokumentation, Farbkarte und selbst hergestellte Mustertafeln
Dieser Kurs richtet sich an alle, die sich aufgrund der Materialvielfalt am Bau weiterbilden möchten durch den Erwerb grundlegender Materialkenntnisse im Bereich von traditionellen und modernen Farbmaterialien.
Teil 1: Bindemittelsysteme und ihre optimalen Einsatzbereiche
Teil 2: Untergründe und der Anstrichaufbau
Teil 3: vermeidbare Ursachen von Bauschäden
Teil 4: Erstellung von Mustertafeln
Fachseminar Anmeldung 2007
Wir interessieren uns für:
……… Polychromie Le Corbusier Einführungsvortrag
……… Polychromie Le Corbusier Kompaktseminar
……… Materialkunde Anstrichstoffe: Grundlagen
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Anfragen per Post, Fax oder Internet an
Kremer Pigmente
Anja Pobitschka
Leuschnerstrasse 35
D-70176 Stuttgart
Fax 0711 3651 252
Manufaktur
kt. COLOR