Glaukonit
Allgemeine chemische Zusammensetzung : K[(Al,FeIII),(FeII,Mg)](AlSi3,Si4)O10(OH)2
Griechisch glaukos bezeichnet den hellen Glanz des Himmels, des Meeres, des menschlichen Auges, also blaue und grüne Farbtöne. In der griechischen Mythologie war Glaukos ein Fischer aus Boiotien, der von Okeanos und Tethys durch ein Kraut in einen unsterblichen, weissagenden Meergott verwandelt wurde. Den Argonauten gab er Ratschläge, ebenso dem Menelaos bei seiner Heimfahrt von Troja.
Glaukonit entsteht am Meeresgrund in eher geringer Wassertiefe bei verminderten Ablagerungsraten. Sein Vorkommen ist damit ein wichtiger Hinweis auf die Bildungsbedingen von Sand- und Kalksteinen. Durch Verwitterung wird der hohe Eisenanteil in Hydroxide ("Rost") umgewandelt. Dadurch können sogar Eisenlagerstätten entstehen.
Glaukonit ist ein intensiv grünes, wasserhaltiges Kalium-Eisen-Aluminiumsilikat von wechselnder Zusammensetzung (2-15% K2O), das sich in Form von kleinen, grünen, schiesspulverartigen Körnern oder Ausfüllungen von Foraminiferenschalen bildet. Das Kristallgitter des Glaukonit ähnelt dem Biotitgitter.
Man findet Glaukonit oft an marinen Sanden, Sandsteinen und Mergeln längstvergangenen geologischen Formationen, so z.B. im Essener Grünsand aus der Kreidezeit. Auch in Vorarlberg kommt Glaukonit gesteinsbildend in den Grünsandsteinen des Helvetikums vor (Alter: Unterkreide, ca. 100 Millionen Jahre).
Das Gestein wurde früher zu Wetzsteinen und Pflastersteinen verarbeitet. Die unterirdischen Abbaue in Unterklien sind dem modernen Steinbruchbetrieb zum Opfer gefallen. Heute gewinnt das dunkelgrüne, zähe Gestein als Dekor- und Fassadenstein unter dem Namen "Hohenemser Glaukonit" wieder an Bedeutung.
Siehe auch Seladonit.