Harze, Resina



Amorphe, fest oder flüssige Ausscheidungsprodukte von Pflanzen, die besonders in der Pflanzenfamilien der Burseraceae, Caesalpiniaceae, Umbelliferae, Gutiferae, Euphorbiaceae, Compositae und Coniferen verbreitet sind.

Die Harze entstehen vor allem im Holz und in der Rinde, seltener in Blättern in sog. Sekretbehältern. Bei grösseren Verletzungen fliesst aus den Wundstellen oft jahrelang ein zähflüssiger Wundbalsam (Lösung von Harzen und anderen ätherischen Ölen), der nach Verdunstung der flüchtigen Bestandteile zu festen, oft durchsichtigen oder durchscheinenden spröden Massen erstarrt.

Diese Harze bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und verhältnismässig wenig Sauerstoff. Sie verbrennen infolge ihres hohen Kohlenstoffgehalts mit stark russender Flamme. Manche Harze besitzen einen weichen, hellen Kern unter einer infolge Oxidation gefärbten, dünnen Randzone. Reine Harze sind geruchlos und geschmackfrei. Ein etwaiger "Harzduft" ist auf beigemengte ätherische Öle zurückzuführen.

Die meisten Harze sind gelb bis braun gefärbt. Das Drachenblut ist dunkelrot, einige Mastixarten haben grünliche Färbungen. Die Dichte der Harze schwankt zwischen 0,9 und 1,3, die Härte liegt etwa zwischen der von Gips und Steinsalz, der Schmelzpunkt zwischen 40° (Asa foetida) und 360° (Bernstein).

Die Harze faulen nicht. Sie wurden daher schon von den Ägyptern und Karthagern zum Einbalsamieren von Leichen benützt. Bei einem ägyptischen Harz, das aus einer etwa 2200 Jahre alten Mumie stammte, hat man bis heute noch keine wesentliche Veränderung feststellen können.

In Wasser sind die Harze unlöslich. In Alkohol lösen sich einige leicht auf (Benzoe, Guajakharz), andere (Dammarharze, Kopale) lösen sich darin nur zum Teil. Die meisten Harze lösen sich in ötherischen und fetten Ölen, ferner in Äther, Aceton, Benzol, Schwefelkohlenstoff, Chloroform und Tetrachlorkohlenstoff.

Beim Erhitzen mit Kalilauge oder Natronlauge tritt teilweise Auflösung unter Verseifung ein (Harzseife). In chemischer Hinsicht stellen die Harze komplizierte Gemenge von vorwiegend aromatischen Substanzen, wie z.B. Harzsäuren (Kolophonium kann z.B. über 90% Abietinsäure enthalten), Harzalkoholen, Harzestern, KW-Stoffen usw. dar. Die aliphatischen Verbindungen sind viel seltener. Man findet solche z.B. im Bernstein (Bernsteinsäure), in Guttapercha-Arten (Essigsäure) usw. Besonders charakteristisch für die Harze ist ihr Gehalt an Hydrophenanthrencarbonsäuren, Oxypolyterpenen und Phenolen bzw. Alkoholen mit oder ohne Gerbstoffcharakter. Viele Harzbestandteile sind komplizierte, verhältnismässig wenig bekannte, aromatische Säuren, so z.B. Abietinsäure, Sapinsäure, Illurinsäure, Pimarsäure, Elemisäure usw.

Manche Harze werden zur Herstellung von Ölharzlacken, Linoleum, Druckfarben, Terpentinöl, Harzseifen, bei der Papierverleimung u. dgl. verwendet. Harzpodukte (wie z.B. Pech) braucht man auch zum Dichten von Bierfässern, Schädlingsbekämpfungsmitteln, Schuh- und Lederpflegemitteln, Giessereikernölen usw.

Siehe auch Terpentine.