Japanlack - nicht lieferbar!



Der echte, besonders beständige Japanlack (auch Rhuslack genannt) wird aus den Wundsäften des japanischen Lackbaumes Rhus verniciflua (auch bekannt als Lack-Sumach oder Firnisbaum) hergestellt. Wenn der Stamm des Lackbaumes eingekerbt wird, liefert er einen milchsaftähnlichen Ausfluss. Das Einsammeln des Milchsaftes erfolgt vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. Der Rohlack wird in kleinen Holzeimern gesammelt und sorgfältig vor Licht und Verunreinigungen geschützt. Der Japanlack muss vor der Verarbeitung durch den Lackierer verschiedenen Reinigungsprozessen und Umarbeitungen unterworfen werden. Mit der Aufarbeitung des Japanlackes befasst sich heutzutage in Asien eine besondere Industrie.

Den Japanern ist es mit diesem Rohstoff, ihrer Kunstfertigkeit, ihrem auserlesenen Geschmack und ihrer peinlichen Arbeitsweise möglich geworden, das Lackieren zu einer hohen Kunst zu steigern. In dieser Kunst stehen die Japaner noch heute an der Spitze aller Völker.

Die Vorzüge des japanischen Lackes kiegen in der einzigartigen Zusammensetzung desselben. Der Hauptbestandteil ist das Urushiol (Urushinsäure). Der Lack trocknet bei gewöhnlicher Temperatur nicht von selbst. Seine Trocknung tritt erst bei einer Temperatur von 96° C ein. Er erreicht dann eine ausserordentliche Widerstandsfähigkeit gegenüber chemischen und physikalische Einflüssen. Heisses Wasser und Säure- und Laugenlösungen vermögen die Überzüge nicht anzugreifen. Durch Mischungen des Japanlackes mit bestimmten Farbstoffen erzeugen die Japaner auch farbige Lacküberzüge.

In Europa wird er kaum als Firnis benutzt, da er allergisierend wirken kann. Im Gegensatz zu diesem echten Japan- oder Rhuslack kann der Begriff Japanlack aber auch als allgemeine Bezeichnung für weisse oder farbige Öllacksorten oder Emaillacke dienen, die aufgrund ihrer Härte v.a. für Aussenanstriche und industrielle Anstriche verwendet werden.

Quelle: "Grosses Malerhandbuch" (1962) von Carl Koch