Wasserglas und Wasserglastauglichkeit von Pigmenten
Vorbemerkung:
Wasserglas bildet mit mineralartigen Pigmenten eine feste silikatische Struktur. Praktisch brauch das Wasserglas hierfür eine Art Brückenkopf am Pigment, als Ankopplung taugen besonders gut Metalloxide oder Silikate.
Hat das Pigment selbst einen Anteil von aktivem Silikat in der Molekularstruktur, kann eventuell das Wasserglas des Bindemittels mit dem Silikat des Pigmentes reagieren und das ganze verklumpt.
Deshalb müssen alle Erdfarben darauf geprüft werden, ob sie mit Wasserglas schnell oder langsam abbinden.
Bekannt sind folgende Pigmente als nicht lagerstabil, weil zu schnell mit Wasserglas reagierend:
In diesen Fällen muss das Pigment mit Wasser eingesumpft werden, nach Zugabe zum Wasserbindemittel sofort verarbeiten.
Für Aussenanstriche gelten noch folgende Einschränkungen:
| Rezepthinweis zur Verwendung von Wasserglas als Bindemittel: Wasserglas kann mit Quarzpulver oder quarzhaltigem Material oder einfach mit Metalloxiden reagieren. Diese Reaktion führt zu der enormen Festigkeit des Wasserglasanstrichs. Viele unserer natürlichen Erdfarben enthalten in einer reaktiven Form Siliziumdioxide, welche mit Wasserglas im Eimer stehen, so wird die Farbe fest. Weil die Reaktivität der Erdfarbe zu hoch ist. Diese schnell mit Wasserglas reagierenden Pigmente kann man folgendermaßen verarbeiten: Das Pigment wird längere Zeit in Wasser angeteigt. Der Pigmentbrei wird dem Wasserglas zugesetzt und dann sofort verarbeitet. Besonders betroffen sind folgende Pigmente: 40220 Goldocker italienisch, 11000 Veroneser grüne Erde, 11010 Veroneser grüne Erde extra fein, 44250 Chromoxidhydratgrün |
|||||||
Rezept: Kaliwasserglas als Wandfarbe
1 Liter Kaliwasserglas (Bestellnr 77750) mit 2 Liter Wasser mischen, ca. 1 kg Pigment, Pigmentmischung, Quarzmehl, Glasmehl, Trippel, Glimmer, Attapulgit oder sonstige SiO2-haltige Füllstoffe beimischen.
Die Füllstoffe setzen sich jedoch immer wieder ab. Kreide kann bei Kaliwasserglas nicht verwendet werden.
Nur auf mineralischen Untergründen (Putz-, Stein- oder Kalk) auftragen.
Verbrauch: ca. 130 ml je qm je Anstrich
Rezept: Kaliwasserglas als Wand-Lasurfarbe
1 Liter Kaliwasserglas (Bestellnr. 77750) mit 3 Liter Wasser mischen, nach gewünschter
Intensität z.B. 20 - 100 g Pigmente - für 1 Liter Kaliwasserglas-Lasurmedium -
einrühren, mit breitem Pinsel, Schwamm, Rolle, o.ä. auftragen und nach Belieben
strukturieren.
Nur auf mineralischen Untergründen (Putz-, Stein- oder Kalk) auftragen.
Verbrauch: ca. 100 ml je qm je Anstrich