Über Korngrössen

Die Korngrösse von Pigmenten ist eine wichtige Kennzahl für die praktischen Eigenschaften des Pigmentes. Wie man (nicht nur) bei den farbigen Glasmehlen sehen kann, ist häufig die Verarbeitbarkeit und der Farbton von der Korngrösse abhängig.
Man unterscheidet drei verschiedene Arten von Korngrössen:
1. Die Korngrösse der Primärteilchen,
das ist die Grösse der durchschnittlichen einheitlichen Kristallteilchen.
Eisenoxid synth. 0,1 - 0,8 µ
organische Pigmente 0,01 - 1 µ
Kobaltblau 2 - 5 µ
Titanweiss 1 µ
Azurit 10 - 50 µ
Glas 2 - 100 µ

2. Die Korngrösse der verwachsenen Teilchen, das ist die "praktische" kleinste Partikelgrösse.
Erdfarben 20 - 50 µ
synth. Eisenoxide 10 - 50 µ
mikronisierte Eisenoxide 0,5 - 5 µ
organische Pigmente 0,1 - 5 µ
Titanweiss 5 - 15 µ
Azurit 10 - 50 µ
Glas 2 - 100 µ

3. Die Grösse der Agglomerate, das ist die scheinbar im Sieb oder bei einer einfachen Korngrössen-Bestimmung erhaltene Grösse.
Erdfarben 40 - 100 µ
synth. Eisenoxide 30 - 80 µ
mikronisierte Eisenoxide 30 - 80 µ
organische Pigmente 0,1 - 50 µ
Titanweiss 20 - 200 µ
Azurit 10 - 50 µ
Glas 2 - 100 µ
Aus den angeführten Werten kann man leicht erkennen, dass die Unterschiede in den Werten umso grösser werden, je oberflächenaktiver die Substanz ist.
Für Fresko-Malerei kommt es in erster Linie auf die Grösse der Primärteilchen oder der Verwachsungen an. Die von manchen Farbanbietern angegebenen scheinbaren Grössen der Pigmentagglomerate haben nur für das leichtere oder schwierigere Anrühren eine Bedeutung.

Wichtig ist folgende Überlegung:
Für transparente Malschichten soll das Primärkorn möglichst gross sein, Verwachsungen machen die Farbe opak.
Für Fresko: Die Haltbarkeit im Fresko wird umso besser, je grösser die Primärteilchen sind, die Verankerung im Putzgefüge von kleinen Teilchen ist schlechter als bei grösseren. Idealerweise sollten die Primärteilchen grösser als 10 µ sein, farbige Sande haben die beste Haltbarkeit.
Für Ölfarbe: Verwachsungen spielen keine Rolle, aber die Korngrösse der Primärteilchen/Verwachsungen soll möglichst unter 10 µ sein.
Zum selber Anreiben: Es geht umso leichter, je weniger Agglomerate vorhanden sind.

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