Lasurit, Lapislazuli, Lasurstein
Chemische Zusammensetzung : 3NaAlSiO4·Na2S
Kleine, feinkörnige, dunkel-lasurblaue (seltener grünliche oder violette) Kriställchen, die an den Kanten durchscheinen. Der Strich ist hellblau (Dichte 2,38-2,42). Lasurit schmilzt vor dem Lötrohr zu farblosem Glas und wird von Salzsäure unter Schwefelwasserstoffentwicklung zersetzt.
Lasurit bildet meist Mischkristalle mit Sodalith und Hauyn. Er ist ausserdem meist mit Glimmer, Kalk und Diopsid innig verwachsen. Man findet den Lasurit als Kontaktmaterial z.B. am Vesuv (selten), am Albanergebirge, in Afghanistan, am Baikalsee, in Buchara, Chile und Kalifornien.
Lasurit wurde schon im Schatzhaus des Pharao Ramses gefunden. Die Griechen nannten ihn Kyanos, die Römer Caeruleum scythicum. Das Mineral diente frühzeitig als Schmuckstein. Es wurde schon im 3. Jahrtausend v. Chr. am Nordabhang des Hindukusch in Baktrien bearbeitet, und im ältesten Königsgrab der Nekropole von Ur (heutiges Irak) fand man ein nahezu 5500 Jahre altes Mosaik aus Lasurit. Schon die Babylonier haben den Lasurit durch blaue Glasflüsse nachgeahmt.
Marco Polo besuchte 1271 afghanische Lasuritgruben, die heute noch im Betrieb sind. Die Verwendung des Lasurits, bzw. seiner Abfälle als Malerfarbe (und zwar hauptsächlich als Temperafarbe), setzte offenbar erst im frühen Mittelalter ein. Im Jahre 1828 gelang es Gmelin in Tübingen, Köttig in Meißen und Guimet in Toulouse gleichzeitig, ein Verfahren zur Herstellung von "künstlichem Lasurstein" auszuarbeiten. Diese künstlichen Produkte werden heute allgemein als Ultramarin bezeichnet. Sie haben mit dem natürlichen Mineral ziemliche Ähnlichkeit.