Leim für Abgusszwecke



Leim oder Gelatine besteht aus natürlichem Rinderprotein, welches in schonender Weise gewonnen wird. Das trockene Leimprotein ist fast unbegrenzt haltbar, in trockenem Klima mehrere tausend Jahre.

Die Verwendung zur Herstellung von Stukkaturteilen ist ansich nicht schwierig. Wichtig ist, einen Stützkasten zu haben, indem das zu vervielfältigende Positiv, dessen Oberfläche durch geeingete Mittel, Binden oder Lehm, um eine ca. 2 cm starke Schicht vergrössert worden ist.

Die Gelatine wird möglichst konzentriert geschmolzen. Meist reicht eine Konzentration von 400 g Gelatine auf 600 g Wasser. Die Gelatine wird gequollen, dann im Quellwasser geschmolzen. Ein Zusatz von 10 - 20% Glycerin bezogen auf die Gelatine (40 - 80 g bezogen auf 400 g Gelatine) erhöht die Haltbarkeit und Elastizität der Form.

Derartige dauerelastische Negativformen, die früher auch aus Knochenleim gefertigt wurden, gestatten die Herstellung einer grossen Anzahl gut abgezeichneter Positive, die dann zum Beispiel bei Deckenstukkaturen mit Gipsschlempe mutiert werden. Die verbrauchten dauerelastischen Gelatine-Negativformen wurden dann im allgemeinen zur Abbindeverzögerung von Gips verwendet - entspricht dem Resourcen schonenden Verfahren früherer Handwerker. Der Zusatz von Glycerin ist unbedenklich. Frühere Handwerker benutzten anstelle des Glycerins Honig oder Melasse.