Paratacamit



In Wandmalereien aus dem 5.-8. Jh. in Ostturkestan, auf persischen und indischen Miniaturen wie auch in europäischer Malerei wurde öfter Paratacamit als grünes Pigment nachgewiesen.

Paratacamit ist basisches Kupherchlorid der Zusammensetzung CuCl2·3Cu(OH)3, das seiner Zusammensetzung dem in der chilenischen Wüste Atacamit entspricht. In mittelalterlichen Quellenschriften gibt es Rezepte für die Herstellung von salzhaltigem (chlorhaltigem) Grün aus Kupfer.

Untersuchungen an Wandmalereien haben gezeigt, dass Paratacamit auch durch Chloride in der Mauer aus Azurit entstehen kann.

Die Vermutung liegt nahe, dass auch Korrosionsprodukte (Patina) von Kupfer- und Bronzeoberflächen abgeschabt und als Pigment verwendet wurden. Dies würde auch das gelegentliche Vorkommen von basischen Sulfaten in Malfarben vor dem 19. Jh. erklären. Selten findet man Kupfernitrate, die aus stickstoffhaltigen Verbindungen (z.B. Eiweiss, Harnstoff) in Gegenwart von Bakterien entstehen.

In der Farbliteratur des 19. Jh. gibt es Herstellungsrezepte sowohl für basisches Kupferchlorid als auch basisches Kupfersulfat.

Quelle: "Reclams Handbuch der künstlerischen Maltechniken Band 1. Hermann Kühn: Farbmaterialien"