Kupfer Patina Rezept
Patina ist eine nicht mit Grünspan zu verwechselnde, dünne, hellgraugrüne, schützende Oberflächenschicht auf Kupfer oder Kupferlegierungen, die eine Korrosionserscheinung ist und die in früheren Zeiten vorwiegend aus basischen Kupfercarbonaten bestand. An vorgeschichtlichen Kupfer- und Bronzegegenständen wurde als Hauptbestandteil der grünen, beständigen Patina Malachit festgestellt, die blaue Patina bestand aus Kupferlasur. Daneben wurden gelegentlich andere Cu-Verbindungen wie Atacamit und ein Phosphat von der Zusammensetzung Cu3(PO4)2·3H2O nachgewiesen, das in der Natur offenbar nicht vorkommt.
Heute besteht die natürliche Patina vorwiegend aus in Schichtgittern (Brucit-Typ) kristallisierten basischen Salzen wie das basische Kupfersulfat, weniger -carbonat und -chlorid. Sie entsteht allmählich an der Atmosphäre unter der Einwirkung von Stoffen (CO2, SO2 u. dgl., in Meeresnähe auch Chloriden), die neben Wasserdampf in der Luft enthalten sind. Sie lässt sich künstlich durch Patinieren herstellen: Ein Kupfer-Stück abwechselnd 12 Std. lang in 10%ige Ammoniumsulfatlösung tauchen und an der Luft trocken oder zusammen mit einer Schale mit Salzsäure und Marmor (Kohlendioxid-Entwicklung) längere Zeit unter eine Glasglocke stellen oder mit einer Lösung, die im l Wasser 12 g Salmiak und 5 g Kleesalz enthält, bestreichen. unerwünschte Patinabildungen lassen sich ggf. durch Laser-Einwirkung beseitigen.
Lit.: Chemische Färbungen von Kpfer und Kupferlegierungen, Berlin: Dtsch. Kupfer-Inst. 1974 ï DIN 50900 T 1 (Apr. 1982) ï Michel, Coloration des métaux, Bronzage, Patinage,... Paris: Desforges 1972 ï Naturwissenschaften 48, 661-664 (1962) s.a. Kupfer und Konservierung
Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon - Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995