Rizinusöl
Gelbrünes, in reinem Zustand klares, farbloses, dickflüssiges, mild schmeckendes Öl, das sich an der Luft verdickt, ohne jedoch in dünnen Filmen zu erstarren (also kein "trocknendes Öl").
Rizinusöl ist in Alkohol, Äther und Eisessig leicht löslich und schwer löslich in Erdöl-KW-Stoffen (Benzin). Rizinusöl besteht in der Hauptsache aus dem einsäurigen Glycerid der Rizinolsäure. Man konnte in ihm rund 86% Rizinolsäure, bis zu 7% Ölsäure, bis 3% Linolsäure und etwas Stearinsäure nachweisen.
Man presst Rizinusöl aus den Samen der Rizinusstaude (Ricinus communis, Wolfsmilchgewächs in tropischen und subtropischen Ländern). Beim ersten kalten Pressen gewinnt man 30-36% Öl, durch ein nochmaliges Pressen und anschliessendes Extrahieren mit Alkohol oder Schwefelkohlenstoff kann man die Ausbeute noch steigern. Durch nachheriges Auskochen mit Wasser entfernt man mitgerissene Eiweissstoffe und die in den Samen reichlich vorhandene Lipase, die das Öl sonst ranzig machen würde.
Verwendung:
Zur Herstellung von sulfurierten Ölen und Haarölen, zum schmieren feiner Maschienenteile,
in Mischung mit anderen Ölen als Bohröl, Appreturöl, Textilöl, Ledereinfettungsmittel,
als Weichmacher für Lacke und Kunststoffe auf Nitrocellulosebasis etc.