SCH 50031 Schmincke Ochsengalle (gereinigt)
Naturhilfsmittel (Netzmittel) zum Entfetten von Untergründen vor dem Bemalen mit Gouache oder Aquarellfarben und - sparsam verwendet - als Verlaufsmittel für alle Wasserfarben. In der Reisslacktechnik sorgt die Ochsengalle dafür, dass der Reisslack mit dem Grundlack eine Verbindung eingeht und nicht abperlt.
Bräunlichgrüne, extraktartige Masse, die sich in Wasser klar löst und unter anderem die Natriumsalze von Glykochol- und Taurocholsäure, Choleserin, Lecithin, Cholin usw. enthält.
Sie wird bei Gallensteinleiden, Gelbsucht, mangelhafter Gallenabsonderunge, Zuckerkrankheit usw. in Dosen von 0,5 bis 1,5 g (mehrmals täglich) verordent. Das Präparat steigert die Gallenabscheidung und erhöht die Darmresoption und Darmbewegung.
Da Ochsengalle die Emulgierung fördert, wird sie auch als Emulgator zur Herstellung von Emulsionen aus Ölen und Wasser verwendet. Der Maler bringt sie auf "fettigen", wasserabstossenden Untergrund, um das "Zusammenrinnen" der aufgetragenen Wasserfarben zu verhindert, oder er mischt sie Farbpulvern bei, um diese mit wässrigen Bindemitteln leichter benetzbar zu machen.
In den Gallseifen wirkt Ochsengalle emulgierend und reinigend. Eine Ochsengalleseife erhälz man, wenn man z.B. 75 Teile Kernseife, 5 Teile Borax, 20 Teile Ochsengalle und 5 Teile Quillajarindeextrakt einarbeitet.