Wachse



Das weitaus älteste Kitt- und Klebemittel, das die Menschheit kennt, ist das Wachs wilder Bienen.
Mann fand es in hohlen Baumstämmen wie in Felsenlöchern. Ein Datum für seine erstmalige Verwendung anzugeben, ist schlechthin unmöglich, so weit liegt dieses zurück.

Von Tieren wie von Pflanzen gebildete Wachse sind fettähnliche Verbindungen aus höheren Fettsäuren und einwertigen höheren Paraffinalkoholen. Auch geringe Mengen freier Fettsäuren und mitunter Kohlenwasserstoffe können in natürlichen Wachsarten enthalten sein. Nicht alle Wachse sind in gleicher Weise verseifbar! Das ist maltechnisch wichtig. Man kann auch nicht beliebig verschiedene Wachssorten untereinander mischen, wenn ihre Schmelzpunkte zu weit voneinander entfernt liegen.

Produkte der Kohlehydrierung sind die Grundstoffe zur Herstellung synthetischer Wachse, deren Härtegrade in normalen Grenzen fast beliebig regulierbar sind. Mineralische Wachse (wie Paraffin, Montanwachs) verhalten sich völlig anders.

Ihre Anwendungsmöglichkeit in der Maltechnik ist sehr beschränkt und kann bei Verwechslung mit echten Wachssorten zu Misserfolgen führen. Die grösste Bedeutung für die Maltechnik hat auch heute noch das Bienenwachs.

Quelle: "Werkstoffe und Techniken der Malerei" (1967) von Kurt Wehlte