Gebrannte Ocker - zur Zeit leider nicht lieferbar -
Je nach verwendetem Ausgangsmaterial kann der Farbton zwischen Orangebraun und Rotbraun schwanken und entspricht häufig dem von orangeroten Dachpfannen, Terracotta-Töpfen und anderen gebrannten Tonmaterialien. In der Praxis werden hier die natürlichen Ockersorten gebrannt, wobei das als Hydrat gebundene Wasser ganz oder teilweise, je nach Brenndauer, entweicht. Der gleiche Farbumschlag findet in der Industrie beim Brennen von Tonmaterialien statt. Dieser Vorgang kann in kleinen Mengen mühelos nachvollzogen werden, indem man Ocker mit einer Lötlampe oder einem Feuerzeug erhitzt. Ein Selberbrennen von Ockererden ist jedoch nicht nötig, da es zahlreiche Sorten von gebranntem Ocker im Handel gibt.
Ähnlich wie beim Ausgangsprodukt handelt es sich hier um eine eher deckende Farbe von feiner Beschaffenheit. Auch diese ist völlig lichtecht und mit allen Bindemitteln verträglich, was sie gleichermassen zu einem universell einsetzbaren Pigment macht. Man findet gebrannten Ocker in den meisten gebrauchsfertigen Farbsortimenten, von Ölfarbe bis zur Aquarellfarbe.
Was auch für andere Erdfarben gilt, trifft auch hier zu: Bei besonders schönen Pigmenten lohnt es sich durchaus, diese selber anzureiben, da solche aus gebrauchsfertigen Sortimenten zumeist standarisiert sind und häufig nicht an die Farbtonschönheit käuflicher Farben heranreichen. Beim Anreiben in Öl sollte man grundsätzlich mit dem Glasläufer verfahren, wenn es sich um feine, weiche Sorten handelt reicht ansonsten für kleine Mengen, z.B. bei Tempera, ein Anspachteln.
Das behandelte Naturprodukt ist ein seit langem verwendetes Pigment, welches sehr wahrscheinlich schon in der Antike bekannt war. Heute trifft man es weniger an, zugunsten zahlreicher künstlicher Eisenoxidtöne.
Siehe auch allgemeine Informationen zu Erdfarben.