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Kasein: Über Borax-Kasein-Leime

Verarbeitung:

Pulverkaseine benötigen einen genügend langen Quellvorgang, den man praktischerweise gewöhnlich in die Nacht verlegt. Daraufhin wird das Aufschliessen mit geeigneten Alkalien zu wasserlöslichem Kaseinleim vorgenommen.

Die Aufschlussmittel entscheiden aber die verschiedenartige Verwendbarkeit von Kaltleimen auf Kaseinbasis. Die gewöhnlich solide Verbindung von Kalkkasein wurde unter den Werkstoffen für Wandmalerei gebührend gerühmt, wobei plastischer Sumpfkalk oder klares Kalkhydratwasser das Aufschliessen übernehmen.

Für alle Zwecke der Tafelmalerei hat sich dagegen der Borax-Kaseinleim praktisch am besten bewährt, wenn gleich theoretisch Ammonium-Kaseinleim vorgezogen werden könnte, weil nach Bedingungen des Aufschlussvorgangs alle nicht dazu benötigten alkalischen Anteile als gasförmiges Ammoniak in die Luft entweichen. Der Autor musste indessen feststellen, dass Ammoniakanteile noch ausserordentlich lange im Kaseinleim verbleiben, wobei dieser nach 3 Tagen seine zähe Konsistenz verliert, und dass Ammonium-Kaseinleime wesentlich rascher faulen.

Starke Alkalie wie Soda (Natriumkarbonat), Pottasche (Kaliumkarbonat) oder ähnliche müssen für die Herstellung von Kasein-Leimen für maltechnische Zwecke ausgeschlossen bleiben!

Dagegen ist Borax (Natriumtetraborat) so schwach alkalisch, dass er sich in der Praxis recht gut bewährt hat, allerdings hauptsächlich in der Tafelmalerei, wo es in der Regel nicht auf Wetterbeständigkeit ankommt. Zur Selbstbereitung von Kaseinleim benutzt man kristallinen Borax, der noch Kristallwasser enthält, und meidet die künstlich gebrannte Ware.

Für die oben beschriebenen Verarbeitungshinweise übernehmen wir keine Gewähr. Wir empfehlen in jedem Fall die Herstellung und Bewertung von Musterflächen.