Krapplack
Krapplack gehört zu den ältesten bekannten Pigmenten und wurde schon vor über 3000 Jahren verwendet. Ursprünglich handelte es sich um ein aus der Wurzel des Färberkrapps gewonnenes Pigment. Chemisch gesehen handelt es sich um ein Dihydroxyanthrachinon. 1868 gelang es den Chemikern Graebe und Liebermann, Alizarin zu synthetisieren, welches die lichtechte Komponente des Alizarin-Krapplackes ist. Alizarin war der erste natürliche Farbstoff überhaupt, welcher synthetisch hergestellt werden konnte. Gleichwohl ob natürlichen oder synthetischen Ursprungs, war Alizarin-Krapplack damals allen anderen organischen Farbstoffen weit überlegen (wenngleich beispielsweise Farbstoffe wie Karmin erheblich brillanter waren). Sogar heute wird Krapplack noch gerne als das ideale "kalte" Rot bezeichnet. Das ist auch der Grund dafür, dass man ihn immer noch in jedem Farbsortiment antrifft.
Alizarin-Krapplack besitzt eine gute Lichtechtheit: Der Vollton ist mit 7-8 ebenso beständig wie bei schwachen Verdünnungen. Zur Anwendung kommt dieses Pigment hauptsächlich in Öl-, Tempera-, Acryl- und Aquarelltechniken. Beim Hantieren mit dem Pigment ist große Sorgfalt vonnöten, da es extrem leicht ist und sehr stark staubt. Mit Öl lässt sich Krapplack ziemlich leicht anreiben. Das Verarbeiten von Krapplack für wässrige Techniken ist schwieriger: Hier muss in jedem Fall das Pigment zuvor mit Brennspiritus oder Isopropanol benetzt werden.
Die Bezeichnung "Lack" hat nichts mit dem zu tun, was der Anstreicher darunter versteht. Bei Krapplack handelt es sich um einen sogenannten Farblack. Ein anorganisches Pigment (z.B. Aluminiumoxid oder Aluminiumhydrat), welches unlöslich ist, wird mit einem löslichen organischen Farbstoff, hier Alizarin, gefärbt, verlackt.
Heute wird Alizarin praktisch ausschließlich synthetisch gewonnen. Während das im Handel als Alizarin-Krapplack bezeichnete Pigment also künstlichen Ursprungs ist, handelt es sich beim Wurzel-Krapplack stets um einen natürlichen Farbstoff, der auf ein Substrat gefällt wurde. Die alten Wurzel-Krapplacke, die in der Malerei seit dem 15. Jahrhundert Verwendung fanden, verfügten jedoch nicht über die Haltbarkeit moderner künstlich hergestellter Alizarin-Krapplacke. Einer der Gründe liegt in der Tatsache, dass natürlicher Wurzel-Krapp neben dem ziemlich beständigen Alizarin auch noch weniger beständige Farbstoffe wie Purpurin und Xanthin enthält.
Sowohl das alte Naturprodukt als auch moderner Alizarin-Krapplack sind völlig ungiftig.

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