Bindemittel sorgen für eine Verbindung der einzelnen Pigmentteilchen untereinander und ermöglichen die Haftung auf dem Malgrund. Wir unterscheiden zwischen organischen und anorganischen Bindemitteln, sowie wasserverdünnbaren und lösemittellöslichen Bindemitteln.
… Wasserfarbe
Das Bindemittel für Wasserfarbe ist Gummi Arabicum, da es einfach wieder mit Wasser gelöst werden kann. Es wird aus Akazienarten Nordafrikas gewonnen. Die meisten Pigmente kann man sehr gut mit dem Kremer Aquarellmalmittel (#79260) verarbeiten.
… Tempera
Das Wort Tempera kommt vom lateinischen „temperare“ und bedeutet mässigen oder mischen. Hier ist wohl gemeint, dass Stoffe gemischt werden, welche sich nicht ohne weiteres vermengen lassen. Die Mischung von eigentlich Unmischbarem mit Hilfe eines Mischhilfsmittels oder Emulgators ermöglicht die Verwendung von Harzen und Ölen in wasserverdünnbarer Farbe. Man kommt ohne stark riechende Lösemittel aus und die aufgetragene Farbe trocknet trotzdem wasserfest auf. Für eine magere Eitempera eignet sich z.B. Dammarfirnis (#79300) und / oder Leinöl (#73054). Eine fette Tempera kann mit Hilfe von Walnussöl (#73500) und Lärchenterpentin (#62000) hergestellt werden.
... Acrylfarbe
Viele Acryldispersionen eignen sich als Bindemittel für Pigmente. Alle Polymerdispersionen sind Mischungen / Emulsionen oder Dispersionen von Monomeren und mehr oder weniger langen Polymerketten in Wasser. Kremer Pigmente bietet Acryl-Dispersionen und Polyurethan-Dispersionen für unterschiedliche Anwendungsgebiete an: Dispersion K 52 (#75075), Primal® WS 24E (#75250), Dispersion K 19 Glanz & Matt (#75305 & #75355), Dispersion K 9 (#75367), Dispersion K 500 (#75600), Dispersion K 500 D (#75900), Dispersion K 498 (#76000), Dispersion K 360 (#76101), Polyurethan-Dispersion PU 52 (#76805), Polyurethan-Dispersion 61 PC (#76806).
... Wandfarbe
Zur Gestaltung von Wänden und für Kunstwerke auf festen Bildträgern werden häufig besondere Anforderungen an die verwendete Farbe gestellt. Die Farbe soll mit dem vorhandenen Untergrund eine feste Verbindung eingehen und die bauphysikalischen Eigenschaften verbessern.
Als Bindemittel eignen sich:
- Celluloseleime (z.B. Tylose® MH 300 P2 (#63600)
oder Klucel® E (#63700)) - Eiweißhaltige Leime (z.B. Körnerhautleim (#63021))
- Casein (#63200)
- Kalk (z.B. Sumpfkalk (#31800)
oder Kalksinterwasser (#31808))
... Öle
Öl ist das meistgebrauchte Bindemittel für haltbare Malerei. Für die Stabilität der Ölfarbe ist es entscheidend, dass jedes einzelne Pigmentteilchen vollständig von Öl umschlossen ist. Darum sollten die Pigmente sorgfältig mit dem Öl angerieben werden, sodass eine homogene, klumpenfreie Paste entsteht.
Allgemein unterscheiden wir zwischen trocknenden und nicht-trocknenden Ölen.
Leinöl: Das Leinöl wird aus den Samen des Leins gewonnen. Die kapselförmige Frucht schließt 10 grünlich bis dunkelbraune, eiförmige Samen ein. Das frische Öl ist hell- bis dunkelgelb und verliert seine Trübung erst durch Filtration (z.B. Leinöl schwedisch (#73020) oder Kremer Leinöl Firnis (#73100)).
Walnussöl: Walnussöl gilbt weniger und trocknet etwas langsamer als Leinöl. Bei Holz bleibt die Eigenfarbe besser erhalten (z.B. Walnussöl sikkativiert (#73510) oder Walnussöl kaltgeschlagen (#73550)).
Mohnöl (#73600): Das hellste aller trocknenden Malöle.
ACHTUNG: Kann in der Untermalung wieder erweichen.
Nicht-trocknende Öle: z.B. Rinderklauenöl (#73640) oder Jojobaöl (#73675), wobei Jojobaöl eigentlich ein flüssiges Wachs ist.
Ätherische Öle: z.B. Nelkenöl (#73700) oder Lavendelöl (#73750). Diese Öle verdunsten Rückstandsfrei und haben keine Bindekraft.
Owatrol-Öl (#79071): Die extrem niedrige Oberflächenspannung sorgt dafür, dass Owatrol-Öl in alle Richtungen wandert. Das Öl härtet in den vorhandenen Poren aus und verhindert so das Eindringen neuer Feuchtigkeit. Schützt Metalle vor Korrosion und ist ein guter Untergrund für Deckanstriche auf Leinölbasis.