Rezept: Färben mit Indigo (#36000)

Das nachfolgende Rezept ist einfach, nachhaltig und individuell herzustellen. Die Farbküpe kann nach dem Färben mit Wasser und etwas Essig auf einen Ph-Wert von 6 gebracht werden und bedenkenlos in den Abfluss geschüttet werden. Die Mengenangaben stammen von dem Pflanzenfärber Michael Garcia. Das Ansetzen und die Handhabung erlauben Spielraum, wie z. B. äußere Bedingungen, Temperatur oder Färbedauer.

Verarbeitung

Schritt 1: Das zu färbende Textilgut wird mit höchstmöglicher Temperatur gewaschen und gut gespült; feucht halten.
Schritt 2: "Stammküpe"
Das Indigo wird mit einer Tasse ca. 50°C heißem Wasser in dem Schraubgefäß und den Murmeln gut geschüttelt. Danach die Flüssigkeit durch ein Sieb in das Glasgefäß schütten.
Schritt 3: Das Calciumhydroxid mit wenig heißem Wasser zu einer klumpenfreien Mischung mit sahneartiger Konsistenz anrühren und zur Indigolösung zugeben. Dabei unbedingt Handschuhe und Maske tragen.
Schritt 4: Dann die Fructose in heißem Wasser lösen und in die Indigo-Calciumhydroxid-Mischung einrühren.
Schritt 5: Die drei Komponenten in dem Glasgefäß auf ein Gesamtvolumen von max. 1,5 l mit 50°C heißem Wasser auffüllen. Sanft umrühren, um so wenig Sauerstoff, wie möglich, zuzuführen. Das Ganze dann 1-2 Stunden ruhen lassen. Ab und an sanft umrühren.
Schritt 6: „Reif“ ist die Stammküpe, wenn sich ein Kupferschimmer an der Oberfläche und blaue Bläschen, die sog. „Indigoblüte“, entwickelt haben. Die Farbe der Küpe schwankt zwischen gelblich grün und rötlich braun. Sollte die Küpe blau sein, diese noch eine Weile bei 50°C im Wasserbad warm halten und evtl. noch gelöste Fructose einrühren. Ph-Wert prüfen (optimal 10 - 12).
Schritt 7: Zur Probe ein kleines Stück Textil in die Küpe geben und nach 5 - 10 Minuten langsam herausholen. Es sollte grün sein und erst in Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft „erblauen“.
Schritt 8: Die „Stammküpe“ wird nun mit dem Bodensatz in ein Gefäß (Eimer oder Topf) mit ca. 4 - 6 l 50°C heißem Wasser geleert. Langsam rühren und ca. eine Stunde ruhen lassen. Auf den Kupferschimmer an der Oberfläche und die blauen Bläschen, die sog. „Indigoblüte“, achten. Anschließend kann mit dem Färbevorgang begonnen werden.
Schritt 9: Färben
Das Färbegut langsam in die Küpe eintauchen; sanft bewegen und dabei den Bodensatz nicht berühren.
Schritt 10: Erstes Bad: Nach 10 - 20 Minuten das Textilgut langsam und möglichst tropffrei herausholen und auswringen. Danach glattstreichen und an der Luft „erblauen“ lassen.
Schritt 11: Zweites Bad (und folgende): Eine max. Dauer von 5 Minuten nicht überschreiten.
Schritt 12: Wenn das gewünschte Farbergebnis erreicht ist, sollte man am besten noch 1 - 2 Färbevorgänge durchführen, da ein Teil des Blaus noch ausgewaschen wird.
Schritt 13: Das Textilgut entweder unausgewaschen trocknen lassen und anschließend gut ausspülen oder sofort ausspülen und waschen. Beim letzten Spülbad etwas Essig (zur Neutralisation) ins Wasser geben, um aus dem alkalischen Bereich zu kommen.

Zutaten

10 g Indigo, echt (#36000)
20 g Calciumhydroxid
30 g Fruktose (#63425)
Plastikschraubgefäß
Glasmurmeln
Glasgefäß, ca. 1,5 l
Großer Topf
Eimer (hitzebeständig)
Sieb
Rührstab
Ph-Indikatorpapier
Thermometer
Handschuhe
Maske

Hinweis

Zur Entsorgung die Küpe gut mit Wasser verdünnen und mit Essig auf einen Ph-Wert von 6 einstellen. Die Flüssigkeit kann dann einfach im Haushaltsabfluss entsorgt werden.

Tipp: Indigo ist nicht wasserlöslich; unter Schütteln mit den Murmeln und heißem Wasser verklumpt das Indigo nicht.

Für die oben beschriebenen Verarbeitungshinweise übernehmen wir keine Gewähr. Wir empfehlen in jedem Fall die Herstellung und Bewertung von Musterflächen.

Produktliste

Autor: Kremer Pigmente