Rezept: Kalken
Lange Zeit galt Kalk als historischer Werkstoff ohne Bedeutung für die Gegenwart. Seit einiger Zeit greifen viele Baubiologen und interessierte Bauherren/Baufrauen auf traditionelle Baumaterialien zurück. Kalkputztechniken und Kalkfarbenanstriche erfreuen sich aufgrund ihrer bauphysikalischen Vorzüge großer Beliebtheit. Geeignete Untergründe für Kalkanstriche sind Kalkputz, Kalkzementputz, Zementputz, Ziegelmauerwerk, Lehmputz und Naturstein. Auf Gips, Dispersionsfarben und ähnlichen Untergründen sind Kalkfarben nicht geeignet!
Hinweis
Eine Wand muss immer komplett gekalkt werden, da sonst Ansätze sichtbar sind. Ausbesserungen an gekalkten Flächen sind nachher stets sichtbar. Kalk wird nie ganz abriebfest. Man kann die Abriebfestigkeit verbessern, indem man dem Sumpfkalk 2-5 Vol% Kasein-Bindemittel (#63210) zusetzt, allerdings muss der Kalk dann sofort verarbeitet werden. Kalkanstriche können mit bis zu 5 Vol% kalkechten Pigmenten eingefärbt werden. Die Pigmente sollten mindestens 1 Tag vor der Verarbeitung in Wasser eingesumpft werden. Die Farbe kann erst nach der Trocknung des Kalkes beurteilt werden; ein Probeanstrich ist daher empfehlenswert. ACHTUNG: Kalk ist stark alkalisch, unbedingt Schutzbrille beim Streichen tragen!