Rezept: Kalkkasein als Wandfarbe
Kasein ist der wichtigste Eiweißbestandteil in der Milch. Es ist als reines Kasein in Pulverform verfügbar, kann aber auch aus Magerquark gewonnen werden, wobei hierfür nicht jeder Quark gleichermaßen geeignet ist. Um aus Kasein ein brauchbares Bindemittel (für Farben oder als Kaltleim) zu gewinnen, muss es mit Alkalien „aufgeschlossen“ werden. Hierfür kommen Sumpfkalk, Borax oder Ammoniumcarbonat in Frage, wobei das Aufschlussmittel auch die Eignung des Kaseinleims für verschiedene Zwecke mitbestimmt. Für die Wandmalerei hat sich Kalkkasein am besten bewährt. Anders als Boraxkasein oder Ammoniumkasein ist Kalkkasein sogar weitgehend wetterfest. Geringe Zusätze von Kasein in Sumpfkalkfarben verbessern deren Witterungsbeständigkeit und Abriebfestigkeit. Einziger Nachteil ist, dass das Kalkkasein am selben Tag verarbeitet werden muss! Bei der Verwendung von Kalkkasein müssen immer kalkechte Pigmente verwendet werden. Kaseinfarben sind für folgende Untergründe geeignet: Papier, Raufaser, Glasseidengewebe, Gipskarton, Gips-, Zement-, Kalk-, Lehm- und Kalkzementputz.
Verarbeitung
Hinweis
Kasein kann ausflocken, wenn das Wasser auf einmal zugegeben wird. Daher sollte das Wasser beim Verdünnen immer portionsweise in den Kaseinleim eingerührt werden! Kalkkasein am gleichen Tag verarbeiten!