FAQ - Aquarellfarbe

Hier finden Sie die am häufigsten gestellten Fragen von Kunden, die Ihre Aquarellfarbe selbst herstellen möchten.

Woher weiß ich, wieviel Aquarellmalmittel ich verwenden muss?

Für jedes Pigment ist eine bestimmte Menge Aquarellmalmittel notwendig, um eine gute Farbe herzustellen. Es gibt hierfür kein Standardrezept mit genauen Mischungsverhältnissen, weil jedes Pigment einen anderen Bindemittelbedarf hat. Wenn Sie Ihre Farben reproduzieren möchten, ist es sinnvoll, die Zutaten abzuwiegen und die Mischungsverhältnisse zu notieren.

Für die Stabilität der Farbe ist es wichtig, dass die Pigmentteilchen sorgfältig mit Bindemittel vermischt werden. Geben Sie das Pigment zusammen mit dem Aquarellmalmittel in die Reibschale und reiben Sie die Farbe, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind und Sie eine Farbe haben, die eine Konsistenz wie ein flüssiger Honig oder Joghurt hat.

Nun machen Sie einen Probeaufstrich, um zu prüfen, ob ausreichend Bindemittel enthalten ist. Streichen Sie die Farbe dünn auf Aquarellpapier auf. Wenn noch Klumpen in der Farbe sind, werden diese jetzt ausschmieren oder zu kleinen Körnchen auftrocknen, die abkreiden, wenn man die Farbe anfasst.

Nach der Trocknung können Sie die Abriebfestigkeit prüfen. Wenn Sie mit dem Finger über die Farbe wischen (ggf. Handschuhe tragen), sollte die Farbe nicht abgehen oder verwischen. Falls das passiert, geben Sie mehr Aquarellmalmittel zu und reiben Sie die Farbe erneut gut durch. Prüfen Sie durch weitere Tests, ob die Farbe nun besser auftrocknet.

Falls die Farbe klebrig bleibt und nicht richtig trocknet, haben Sie zu viel Aquarellmalmittel verwendet. Geben Sie in dem Fall mehr Pigment zu und reiben Sie die Farbe erneut gut durch.

Hinweis: Die Abriebfestigkeit der Aquarellfarbe wird auch durch die Saugfähigkeit des Papiers beeinflusst. Daher empfehlen wir zum Testen das Papier zu verwenden, auf dem man dann auch arbeitet.
 

​Weitere Informationen:

> Kremer Aquarellmalmittel (#79260)

> Rezept: Aquarellfarbe aus Aquarellmalmittel

> Rezept: Aquarellfarbe aus Gummi Arabicum

Welche Pigmente kann ich zum Herstellen von Aquarellfarbe verwenden?

Die meisten Pigmente kann man sehr gut mit dem Kremer Aquarellmalmittel (#79260) verarbeiten. Die Pigmente sollten möglichst fein sein, bei grobkörnigen Sanden oder Erden stellt die Abriebfestigkeit ein Problem dar. Reaktive Pigmente wie Kupferpigmente, Mangan- oder Kobaltphosphate sind nicht zu empfehlen.

Folgende Pigmente sind am einfachsten zu verarbeiten: Cadmium-, Kobalt- und Ultramarinpigmente, Eisenoxide und Erdfarben. Synthetisch-organische Pigmente trocknen langsam, benötigen viel Bindemittel und müssen besonders sorgfältig angerieben werden. Perlglanzpigmente sollte man dagegen so wenig wie möglich reiben; durch die Plättchenform dieser Pigmente wird die Trocknung der Farbe stark verzögert.


Weitere Informationen:

> Für Aquarell geeignete Pigmente

Kann ich zwei Pigmente mischen?

Die meisten Pigmente kann man mischen. Es kann aber sein, dass sich die Pigmente unterschiedlich verhalten und sich in der Mischung oder beim Verarbeiten trennen. Am besten reibt man die Farben separat an und mischt dann die flüssigen Farben, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Da die Pigmente unterschiedlich viel Bindemittel benötigen und verschieden schwierig zu dispergieren sind, ist diese Vorgehensweise einfacher. Vergessen Sie nicht, einen verdünnten Probeaufstrich zu machen, wenn Sie die Farbe mischen – die Farbe kann in konzentrierter Form völlig anders aussehen als wenn man sie vermalt.

Meine Farben bekommen beim Trocknen im Napf Risse, woran liegt das?

Das kommt sehr häufig vor und ist normal. Die Farbe sollte grundsätzlich in mehreren, 2-3 mm dünnen Schichten in den Napf gefüllt werden. Erst wenn die erste Schicht trocken ist, geben Sie die nächste Schicht in den Napf.

In manchen Fällen können Risse entstehen, wenn nicht genug Aquarellmalmittel verwendet wurde. Das kommt beispielsweise bei Erdfarben vor, die nach dem Anreiben noch Bindemittel absorbieren können. Solange die Farbe sich gut anlösen lässt und nicht aus dem Napf bröckelt, ist das nur ein optischer Mangel.

Wenn die Farbe sehr matt und krümelig ist, fehlt Bindemittel. Das kann auch vorkommen, wenn die Farbe nicht sorgfältig angerieben wurde und verbleibende Pigmentklumpen das Bindemittel absorbieren. Geben Sie der Farbe, die noch nicht abgefüllt wurde, mehr Aquarellmalmittel zu und reiben Sie sie erneut gut durch.

Wieso bleiben manche Aquarellfarben im Napf noch weich und klebrig?

Wenn Ihre Näpfe auch nach langer Trockenzeit (über einer Woche) noch weich, klebrig oder flüssig sind, haben Sie wahrscheinlich zu viel Farbe auf einmal in den Napf gefüllt. Es kann auch sein, dass zuviel Bindemittel verwendet wurde. Solange die Farben ohne zu kleben auftrocknen, kann man diese Farben trotzdem zum Malen verwenden, aber sie werden immer weich bleiben.

Meine Aquarellfarben waren gut, aber nach längerer Nutzung werden sie immer trockener. Woran liegt das?

Das kann mit jeder gebrauchsfertigen Aquarellfarbe oder einer selbst hergestellten passieren. Wenn man die Näpfchen während dem Arbeiten mit zu viel Wasser übersättigt, wird das Bindemittel ausgewaschen. Wenn Sie viel von einer Farbe benötigen, verwenden Sie eine Palette mit Vertiefungen oder einen kleinen Teller für die verdünnte Farbe, mit der Sie arbeiten. So vermeiden Sie, zu viel Wasser in den Napf zu geben.

Brauche ich einen Glasläufer, um Aquarellfarbe herzustellen?

Ja und Nein. Die meisten Pigmente kann man sehr gut in einer Reibschale anreiben. Ein Glasläufer erfüllt dieselbe Aufgabe. Diese ist nicht, die Pigmente zu zerkleinern, sondern die Pigmente im Bindemittel zu dispergieren und kleine Pigmentagglomerate zu zerstören. Das Anreiben mit dem Glasläufer geht schneller als in der Reibschale, aber die dünnflüssige Farbe von der Anreibeplatte aufzusammeln ist schwieriger und die Farbe kann beim Arbeiten auf der Platte antrocknen. Für Pigmente, die besonders fein und schwierig zu dispergieren sind, ist das Anreiben mit dem Glasläufer wesentlich effizienter. Dies gilt insbesondere für alle synthetisch-organischen Pigmente oder Pflanzenfarben wie Krapplack oder Indigo. Vor dem Anreiben mit dem Glasläufer wird das Pigment zunächst mit einem Palettmesser oder Spachtel mit dem Aquarellmalmittel angeteigt.
 

Weitere Informationen:

> Zubehör-Artikel für Aquarell

Reibschalen & Glasläufer

Wie kann ich Gouachefarbe herstellen? Verkauft Kremer Gouachefarben?

Kremer stellt über 130 Pigmente als Aquarellfarben her. Die Aquarellfarben gibt es nur in Näpfen, nicht in Tuben. Wir verkaufen keine Gouache-Farben. Handelsübliche Gouache-Farben enthalten standardisierte Zusätze, die die Farbe deckend und pastös machen. Der Großteil der Aquarellfarben die wir verkaufen sind reine Pigmente ohne Füllstoffe. Einige dieser Pigmente sind sehr deckend und könnten insofern als Gouache bezeichnet werden, aber wir treffen diese Unterscheidung nicht. Wenn Sie durchgehend deckende Farben bevorzugen, versuchen Sie, der Farbe kleine Mengen von Titanweiß zuzugeben. 

Wenn Sie Ihre Farbe selbst herstellen, können Sie auch Champagner Kreide (#58000) als Füllstoff verwenden, diese verleiht der Farbe eine glatte Textur und erleichtert das Einfüllen in die Tube.

Weitere Informationen:

> Rezept: Gouache

Kann ich Aquarellfarben auch mit Farbteigen herstellen?

Selbstverständlich kann man auch bereits angeriebene Farbteige mit der Gummi Arabicum-Lösung mischen, allerdings empfiehlt sich das nur, wenn man die Farbe gleich verarbeiten will. Für Farben, die man in Näpfchen aufbewahren will, ist es besser, mit den trockenen Pigmenten zu arbeiten. Da die Farbteige schon Wasser enthalten, wird damit hergestellte Farbe dünnflüssiger und wird dadurch auch schlechter trocknen.

​Weitere Informationen:

> Kremer Farbteige

> Rezept: Aquarellfarbe aus Gummi Arabicum

Wieso sind Kobaltviolett und Manganviolett nicht für Wasserfarben empfohlen?

Man kann Kobalt- und Manganviolett problemlos zu Aquarellfarbe anreiben und vermalen. Allerdings empfehlen wir nicht, diese Farbe in Näpfe zu füllen, da diese Farben sich nach der Trocknung nicht mehr anlösen lassen.

Wie befreit man die Arbeitsmaterialen von Aquarellfarben Resten?

Farbreste in Reibschalen oder auf Anreibeplatten und Läufern am besten mit einem trockenen Tuch entfernen, getrocknet in den Müll geben. So kann man den Anteil an Pigment, der ins Abwasser gelangt, minimieren. Arbeitsflächen, Pinsel und Werkzeuge können mit Wasser und Marseiller Seife (#78045) gereinigt werden. Hartnäckigere Verschmutzungen in Reibschalen oder auf Anreibeplatten kann man leicht mit Scheuermilch entfernen.