Rezept: Französische Blauholztinte

Diese Tinte hat einen schönen blauschwarzen Farbton. Frisch aufgetragen ist sie blassgrau, wird aber während der Trocknung noch deutlich dunkler. Bei Belichtung bleicht sie nur wenig aus, verliert ihren Blaustich und wird schwärzer.

Verarbeitung

Schritt 1: Die Galläpfel in eine Stofftasche packen und mit einem Hammer zuerst zerkleinern und anschließend in einer Reibschale grob pulverisieren. Anschließend mit dem Blauholz zusammen in einen Topf geben. Die Zutaten mit Wasser übergießen, zum Kochen erhitzen und auf die Hälfte der Gesamtmenge einkochen.
Schritt 2: Die Tinte noch kochend filtrieren, dann nacheinander Kupfersulfat, Eisensulfat, Kalialaun und Gummi Arabicum einrühren.
Die französische Blauholztinte bildet einen Bodensatz, vor allem wenn sie frisch ist. Am besten lässt man sie zur Klärung eine Zeit lang stehen.
Bei längerer Lagerung kann eine Haut auf der Oberfläche der Tinte entstehen, sie muss gegebenenfalls filtriert oder abgeschöpft werden.

Zutaten

11 g Galläpfel (#37400)
6 g Blauholz, geschnitten (#36100)
300 g Wasser (#65000)
1,6 g Kupfer-II-sulfat-5-hydrat (#64211)
6 g Eisen-(II)-sulfat (#64200)
0,4 g Kalialaun (#64100)
4 g Gummi Arabicum, Pulver (#63330)

Weitere Informationen

Hinweis

Zur Herstellung der Tinte werden eine Waage, eine Reibschale mit Pistill, ein (emaillierter) Kochtopf, Glasstäbe oder Holzstäbchen zum Umrühren, Gläser, Trichter und Papierfilter benötigt.


Verwendetes Wasser
In den Rezepten wird ausschließlich demineralisiertes Wasser (#65000) verwendet.
Farbergebnis
Da es sich bei den Rohstoffen der Tintenrezepte in vielen Fällen um Naturmaterialien handelt, kann das Farbergebnis variieren. Auch Abweichungen vom ursprünglichen Rezept können das Resultat verändern.
Filter
Die Rezepte werden mit Papierfilter durchgeführt.
Kochvorgang
Beim Kochen unbedingt einen geschlossenen Topf verwenden.
Verderblichkeit
Sollte sich auf den Tinten nach einer gewissen Zeit Schimmel bilden, empfehlen wir diesen nicht abzuschöpfen, sondern die Tinte zu entsorgen.
Reinigung
Die Töpfe lassen sich am besten mit Zitronensäure (#64150) reinigen. Diese langsam in heißes Wasser im Topf zugeben.

Für die oben beschriebenen Verarbeitungshinweise übernehmen wir keine Gewähr. Wir empfehlen in jedem Fall die Herstellung und Bewertung von Musterflächen.

Produktliste

Autor: Kremer Pigmente, Rezept von: Lehner 1890, S. 95-96.