Grüne Erden sind mit zweiwertigem Eisen grün gefärbte, höchstlichtechte Eisen-(II)–Silikate.
Eisenverbindungen färben einen großen Teil unserer sichtbaren Welt:
- Eisen-(II)-Verbindungen sind grün
- Eisen-(II)/(III)-Verbindungen sind schwarz
- Eisen-(III)-Verbindungen sind gelb oder rot
Je nach Reinheit des Eisensilikates verändert sich der Farbton und die Eignung für verschiedene Bindemittel. Je reiner die Erde, je weniger Verunreinigungen von gelben oder roten Anteilen, desto leuchtender und blaustichiger wird der Farbton. Eine besonders farbschöne Sorte ist die blau-grüne cyprische Erde.
Die natürlichen Vorkommen von Grüner Erde sind eher klein bis sehr klein. Der Abbau ist meist sehr schwierig und viele Vorkommen sind heute erschöpft. Daher werden Grüne Erden nur noch für künstlerische Zwecke und für die Restaurierung gewonnen.
In der Landschaftsmalerei werden Grüne Erden häufig eingesetzt. Die Veroneser Grüne Erde, die Böhmische Grüne Erde und die Bayerische Grüne Erde dienen auch als Untermalung für Inkarnat.
Die neuentdeckte Erde Grüner Opalit aus Colorado eignet sich ganz besonders auch für die Acrylmalerei.
Alle Grünen Erden sind bei Temperaturen über ca. 90 °C nicht beständig.



