Grüne Erden, grüne Erde

Grüne Erden

Grüne Erden sind mit zweiwertigem Eisen grün gefärbte, höchstlichtechte Eisen-(II)–Silikate.

Eisenverbindungen färben einen großen Teil unserer sichtbaren Welt:

  • Eisen-(II)-Verbindungen sind grün
  • Eisen-(II)/(III)-Verbindungen sind schwarz
  • Eisen-(III)-Verbindungen sind gelb oder rot

Je nach Reinheit des Eisensilikates verändert sich der Farbton und die Eignung für verschiedene Bindemittel. Je reiner die Erde, je weniger Verunreinigungen von gelben oder roten Anteilen, desto leuchtender und blaustichiger wird der Farbton. Eine besonders farbschöne Sorte ist die blau-grüne cyprische Erde.
Die natürlichen Vorkommen von Grüner Erde sind eher klein bis sehr klein. Der Abbau ist meist sehr schwierig und viele Vorkommen sind heute erschöpft. Daher werden Grüne Erden nur noch für künstlerische Zwecke und für die Restaurierung gewonnen.
In der Landschaftsmalerei werden Grüne Erden häufig eingesetzt. Die Veroneser Grüne Erde, die Böhmische Grüne Erde und die Bayerische Grüne Erde dienen auch als Untermalung für Inkarnat.
Die neuentdeckte Erde Grüner Opalit aus Colorado eignet sich ganz besonders auch für die Acrylmalerei.
Alle Grünen Erden sind bei Temperaturen über ca. 90 °C nicht beständig.

Kristalline grüne Eisensilikate

Kristalline grüne Eisensilikate

Kristalline grüne Eisensilikate enthalten sehr wenig quellbare Bestandteile und sind für alle Bindemittel (auch Wasserglas, Acryl, Tempera und Öl) geeignet:

  • Russische grüne Erde, intensiv grün (#11110, #11111)
  • Epidot, gelbgrün wie Gras im Winter (#11150, #11151)
  • Andeer Grün, ein grüner Gneis (#11181, #11182, #11183)
  • Grüner Jaspis (#11200)
  • Grünquarz (#11210)
  • Grüner Opalit, auch in größeren Mengen beschaffbar (#11230)
  • Grüner Porphyr, eigentlich eine Art grüner Sandstein aus den Seealpen (#11250)
  • Brimisvellir Grün, aus isländischem Vulkangestein (#11552)
Durch Sedimentationsprozesse oder aus tonhaltigen Schichten entstandene Erden

Durch Sedimentationsprozesse oder aus tonhaltigen Schichten entstandene Erden

Durch Sedimentationsprozesse oder direkt aus tonhaltigen Schichten entstandene Erden enthalten mehr quellbare Bestandteile und sind deshalb für Acryl und Silikat nicht geeignet. Hierzu zählen die eigentlichen Grünen Erden:

  • Veroneser Grüne Erde, aus dem Gebirge bei Verona (#11000, #11010)
  • Bayerische Grüne Erde, aus dem Voralpenland südlich von München (#11100)
  • Wolkonskoit (#11120)
  • Florentiner Grün, aus grünem Basalt (#11152)
  • Cyprische blaugrüne Erde, besonders für die griechische und russische Ikonenmalerei (#17410)
  • Grünerde hell, aus Deutschland, quellfähig und gut mit Farbstoffen färbbar (#40800)
  • Böhmische Grüne Erde, Restbestand (#40810)
  • Grüne Erde aus Verona (#40821)
Geschönte, unechte grüne Erden

Geschönte, unechte grüne Erden

Wegen der geringen Verfügbarkeit der Grünen Erden gibt es schon lange geschönte oder verfälschte Grüne Erden. Mischungen mit Chromoxidhydratgrün, Phthalogrün, Kobaltblau oder auch grünen Farbstoffen waren und sind weit verbreitet:

  • Grünerde französisch imitiert (#40830)
  • Veroneser Grüne Erde imitiert (#41700)
  • Vagone Grüne Erde - Wagengrün (#41750)
  • Nicosia Grün - ähnlich blaustichiger Cyprischer Grüner Erde (#41770)
  • Veroneser Grüne Erde imitiert (#41820)

Broschüre - Grüne Erden

Gerne können Sie sich unsere Informationsbroschüre "Grüne Erden" als pdf herunterladen.

Download: Grüne Erden, pdf